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Bild: rädlinger

Individueller Löffel für Großbagger

Mit gut zehn Tonnen Gesamtgewicht, einer 2,4 Meter Schnittbreite, 7,5 Kubikmeter Inhalt und rundherum gepanzert – ein Tieflöffel mit diesen Attributen wurde von der Rädlinger Maschinen- und Stahlbau GmbH hergestellt.

Zukünftig wird dieser Löffel in einem Steinbruch eingesetzt, um abgesprengte Granitblöcke zu verladen.

Durch eine enge Abstimmung zwischen Endkunden, Händler und dem Chamer Unternehmen wird das gewünschte Produkt – hier der Tieflöffel hergestellt.

Hierzu gehört auch, dass ein Team aus Vertriebs- und Konstruktionsspezialisten den späteren Einsatzort besichtigt, um folgende Fragen zu beantworten:
Wie sind die Gegebenheiten vor Ort?
Wie arbeitet der Baggerfahrer mit seinem Gerät?
Wie genau soll der Löffel später eingesetzt werden?
Welche Materialien werden damit verladen?

Im Fall des Tieflöffels für die SSR Mineralgestein GmbH stellte sich somit vor Ort heraus, dass im Steinbruch viel stark abrasiver Quarzsand vorhanden ist, der die Oberfläche angreift.

Entsprechend musste der Löffel mit deutlich stärkerer Panzerung konstruiert werden, als es sonst für Einsätze in Steinbrüchen notwendig ist.

So wurden Verschleißstreifen innen und außen aus HB450 und HB500, Seitenschneiden aus Hardox mit zusätzlichen Combi Wear ProClaws Side Shrouds, Combi Wear ProClaws Heel Shrouds angebracht.
Damit ist der Löffel an jeder dem Verschleiß ausgesetzten Stelle verstärkt.

Durch die gewonnenen Informationen vor Ort konnten diese Anforderungen an das Werkzeug bereits bei der Angebotsabgabe berücksichtigt und somit spätere Zusatzkosten verhindert werden.

Aufbauend auf den Konstruktionsplan eines Standardtieflöffels werden mit Hilfe des 3D-Konstruktionsprogramms die entsprechenden Anpassungen an die kundenspezifischen Anforderungen vorgenommen.

In diesem Fall galt es, eine ausgewogene Balance zwischen ausreichend Verschleißschutz und niedrigem Eigengewicht bzw. maximalem Füllvolumen zu erreichen, denn aufgrund der schweren Panzerungen und des enormen Volumens des Löffels, galt es das Gewicht zu reduzieren, ohne Stabilität und Schutz zu verlieren.

Um eine optimale Lösung für die singuläre Produktentwicklung zu erhalten, zeigen FEM-Berechnungen, wo Reduktionen gefahrlos möglich sind.
Während dieses Prozesses stimmt sich die Konstruktionsabteilung fortlaufend mit der Fertigung ab, damit der Plan im Anschluss perfekt umgesetzt werden kann, wie der Hersteller betont.

Der Löffel soll so konzipiert werden, dass er im Einsatz einen Komatsu HD 605 Muldenkipper mit maximal sechs Ladespielen beladen kann.

Erst nach Abnahme der Freigabezeichnung durch den Endkunden und den Baumaschinenhändler wird mit der Fertigung begonnen, um dann nach wenigen Wochen den fertigen Löffel lackiert an den Einsatzort zu verschicken.

Während seines ersten Einsatzes wurden die definierten technischen Vorgaben bestätigt und der Komatsu PC 1250 konnte rund zehn Tonnen Granit pro Ladespiel auf den Muldenkipper laden, womit die Kundenanforde- rungen erfüllt wurden.

Mai 2020