Dacherneuerung mit Tondachziegel
Das Hofgut Rocklinghausen in Hessen ist seit 1983 für rund 70 Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung eine Heimstätte.
Betrieben wird der historische Gutshof von dem Lebenshilfe-Werk Kreis Waldeck-Frankenberg e. V.
Das Hofgut gehört zu den 200 Demonstrationsbetrieben des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und steht auch interessierten Verbrauchern und Schulklassen für Hof- und Feldführungen offen.
Bereits vor Jahren wurde das Dach des Haupthauses erneuert und mit naturroten Doppelmulden eingedeckt.
Das Stallgebäude sowie das Wirtschaftsgebäude mit Scheune, Lagerhaus und ein Aufenthaltsraum wurden damals nicht in den Erneuerungsmaßnahmen einbezogen und waren somit weiterhin mit den einst verlegten Wellplatten aus Asbestzement ausgestattet, die weder optisch, noch funktional den Ansprüchen an ein modernes Dach im historischen Ambiente entsprechen.
Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms der hessischen Landesregierung erhielt der Träger des Hofgutes Rocklinghausen eine Förderung, die ihm nun die Erneuerung der beiden Dächer mit insgesamt rund 1.300 Quadratmetern Fläche ermöglichte.
Der Bauherr und das mit der Planung beauftragte Architekturbüro Emde und Partner, Bad Wildungen, wurden sich gemeinsam mit Dachdeckermeister Uwe Kesting aus Korbach Meineringhausen schnell über den zu verlegenden Tondachziegel einig:
Rund 20.000 Stück des MULDENVARIABEL der Gebr. Laumans GmbH & Co. KG wurden in der Farbe Naturrot für die Sanierung der Satteldächer, der nachträglich angebauten Schleppdächer und zur Verkleidung der insgesamt fünf Giebel geordert.
Das Produkt aus dem niederrheinischen Ziegelwerk ist gerade bei rustikalen Landhäusern und Gehöften beliebt.
Auch bei Gebäuden, die der Denkmalpflege unterliegen ist eine hohe Akzeptanz festzustellen.
Der hier eingesetzte Ziegel geht auf eine Entwicklung von Wilhelm Ludowici aus dem Jahre 1881 zurück.
Optisch ist er gekennzeichnet durch die geometrische Formgebung der doppelten Mulden, technisch besticht er durch die doppelte Verfalzung.
Er bietet neben seinem variablen Deckspiel, also der Fähigkeit, sich dem vorhandenen Lattenabstand anzupassen, zwei Möglichkeiten der Verlegung: In Reihe, parallel oder im Verband, versetzt.
Wegen des besonders hohen Schutzes gegen Wind und Wetter, den eine Verband-Deckung bietet, haben sich Bauherr und Dachdeckermeister für diese Variante entschieden.
Wie variabel der Ziegel ist, konnte er auch an den ganz unterschiedlichen Dachneigungen beweisen, die während der Arbeiten zu realisieren waren.
Während die Schleppdächer Neigungen von rund 20 Grad aufweisen und die Satteldächer zwischen 45 und 50 Grad geneigt sind, konnten auch die senkrechten Giebel mit dem Ziegel vor Wind und Wetter geschützt werden.



