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Diamant Metallplastic

Bild: Diamant Metallplastic

Brückenbau über die A46 in nur 100 Tagen

Die alte Brücke in Hagen auf der Hammacherstraße, die über die A 46 führt, war nicht mehr verkehrsgerecht und musste abgebrochen und durch eine neue Brücke ersetzt werden.

Der Rückbau erfolgte Ende April 2018 und im sofortigen zeitlichen Anschluss, wurde der Neubau begonnen.
Das neue Bauwerk wurde aus zeitlichen Aspekten heraus aber nicht in traditioneller Bauweise erbaut, was die Herstellung der Betonteile vor Ort beinhaltet, sondern die benötigten Bauteile wurden vorgefertigt.

Für das Land NRW war diese Bauweise, die auch als „Lego-Brücke“ oder „Bausteinbrücke“ bezeichnet wird ein Pilotprojekt.

Nach einer Bauzeit von nur 100 Tagen wurde die neue Brücke über die A46 Ende Juli 18 für den Verkehr freigegeben, was einen zeitlichen Vorteil zur üblichen Bauweise von über 50% darstellt.

Für die Verwendung der Fertigbauteile, die wie überdimensionale „Lego-Steine“ zusammengefügt wurden, war es elementar wichtig, dass ein sicherer und hundertprozentiger Kraftschluss zwischen den vier Stahlträgern der Brücke und den in die „Beton-Lego-Steine“ eingelassenen Auflageflächen erfolgte.

Um diese technische Bedingung zu realisieren, wurde beim Verbinden der Stahlträger mit den Auflageflächen in den Betonbausteinen das spezielle Metallpolymer MM1018 des Mönchengladbacher Polymer- und Beschichtungsherstellers Diamant Metallplastic eingesetzt.

Hierbei handelt es sich um ein Zweikomponenten-Reaktionsharzsystem mit hohem metallischen Füllstoffanteil, das nicht nur die Spalten zwischen Stahl-Stahl-Verbindungen dauerhaft und sicher schließt, sondern auch solche von Stahl-Beton-Verbindungen.

Dabei ist keine mechanische Bearbeitung der Kontaktfläche und Auflager erforderlich, so der Hersteller.

Abhängig von den Verwendungsoptionen sind zwei unterschiedliche Applikationsvarianten des Verbindungsmittels möglich

Das pastöse Material eignet sich, wenn großflächig Teile zu verbinden sind, die noch nicht dauerhaft miteinander verbunden sind, es aber letztlich sein sollen, wie es an der „Lego-Brücke“ beim Verbinden der Stahlträger mit den Betonbausteinen der Fall war.

Die flüssige Variante wird meist für die „reaktive“ Applikation gewählt und damit für den nachträglichen Spaltausgleich in bereits montierten Stahlkonstruktionen.

Auch diese Variante kam hier zur Anwendung.
So wurden die Auflageflächen der sogenannten „Zahnbürsten“ hiermit verfüllt und somit der Stahlträger-Überhang, welcher hinter der Auflagefläche zusätzlich mit Zugankern verschraubt wurde.

Eine besondere Herausforderung war es hier, die Schraubenlöcher nicht zu verfüllen.
Denn die Schrauben mussten zum Vorspannen freigängig bleiben, um die Kraft an die richtigen Stellen übertragen zu können.

Einige Abschlussarbeiten an der Brücke waren aber noch zum Jahresende notwendig, denn an den Brückenenden mussten noch die Fahrbahnübergänge eingebaut werden.

Diese Metallkonstruktionen, die die außentemperaturabhänigen Veränderungen des Bauwerkes kompensieren, konnten erst nach Setzung des Bauwerkes erfolgen.

Januar 2019