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Layher

In Mainz ganz oben

Der Name der rheinlandpfälzischen Landeshauptstadt Mainz, geht, so kann man es bei Wikipedia erfahren, auf die keltische Gottheit Mogon zurück.

Der religiöse Einfluss dieses Ortes lässt sich somit bis zu den Ursprüngen zurückleiten.
Für die Stadtentwicklung war u.a. bedeutet die Gründung des Erzbistums Mainz durch den hl. Bonifatius im 8 Jh.

Einer seiner Nachfolger ließ dann im 10. Jh. das kirchliche Bauwerk errichten, was als Ursprung des heutigen Mainzer Domes gilt.

Durch die positive wirtschaftliche Entwicklung der Stadt im 12. und 13. Jh. waren genug Gelder vorhanden um das Gotteshaus zu erweitern und zu einem der frühesten monumentalen Gewölbebauten in Deutschland auszubauen.

Das Bauwerk wurde stark durch einen Brand im Jahre 1767 beschädigt, ferner wurde es ebenfalls in diesem Jh. aufgrund kriegerischer Auseinandersetzungen beschossen und seiner eigentlichen Nutzung enthoben.
Es wurde zum Ende des 17.Jhs. bis zum Ende der napoleonischen Zeit mal als Heerlager, Schweinestall, Lazarett u.v.a.m. zweckentfremdet.

Erst danach wurde es wieder als Gotteshaus genutzt.

Im 2. Weltkrieg erfuhr der Dom erneut erhebliche Beschädigungen, besonders die Dächer brannten ab.
Die gesamten Renovierungsarbeiten am Bauwerk zogen sich dann bis in die 1970er Jahre hinein.

Seit dem Jahre 2001 wird nun wieder an diesem Monumentalbau gearbeitet und renoviert.

Derzeit werden an der Kuppel des gut 83 Meter hohen westlichen Vierungsturms Schäden beseitigt, die hauptsächlich witterungsbedingt sind.

Ferner wird die Fassade gereinigt, anschließend analysieren Denkmalpfleger und Kunsthistoriker die Schäden. Schließlich werden die Steinmetze ihre Arbeit beginnen, die dann Stein für Stein begutachten und ggf. ersetzten – mit Material aus einem regionalen Steinbruch, wo vermutlich schon vor tausend Jahren abgebaut wurde.

Maßgeblich mit eingebunden an der Realisierung dieser Maßnahme ist auch ein Gerüstbau-Team, denn Voruntersuchungen hatten ergeben, dass es für optimalen Zugang sinnvoll ist, den gesamten Turm bis zum „Domsgickel“, dem Wetterhahn, einzurüsten.

Eine interessante Herausforderung, für die sich die Hecht Gerüstbau GmbH und die Noack Ingenieur- gesellschaft.
Die Lösung war eine mehrteilige Gerüstkonstruktion als Zugang sowie als Stütz- und Arbeitsgerüst, das dann optimal an das mit Ornamenten geschmückte Bauwerk angepasst werden musste.
Dank dem Allround-System vom Hersteller Layher konnten die Lösungsansätze hervorragend umgesetzt werden.

Ein weiterer Schwierigkeitsgrad lag darin, dass auf dem Dach des Querhauses nicht aufgelagert werden konnte.
So bauten die Gerüstbauer von der Leichhof-Seite, der Leichhof war einst Domfriedhof, zuerst ein Stützgerüst inklusive Last- und Personenaufzug.
Zur Überbrückung des Dachs überlegte sich das Team eine Speziallösung.

Dazu wurden auf Doppel-T-Trägern U-Profile angeschweißt, in die Layher Stahlböden eingehängt wurden.
Die Montage der 22 Meter langen und 3 Meter breiten Gerüst-Brücke erfolgte inklusive Geländer am Boden, anschließend wurde die 12 Tonnen schwere Konstruktion per Kran eingehoben und auf dem Stützgerüst und in den Fensterleibungen aufgelagert
Der Vorteil: Nach dem mehrjährigen Einsatz in Mainz sind die Gerüstbauteile demontier- und erneut einsetzbar.

Von der Brücke aus wurde das Gerüst mit einem weiteren Personen- und Lastaufzug als Zugang bis zum Umgang der Turmkuppel weitergebaut.
Erst hier begannen die Gerüstbauer mit der Montage des eigentlichen Arbeitsgerüsts – eine sich nach oben hin verjüngende, meterbreite Konstruktion mit Lastklasse 4 (3 kN/m²) und Breitenklasse W 09 (0,9 – < 1,2 m), da während der Arbeiten auch Bauwerksteile zwischengelagert werden.

Die letzten zehn Meter der Gerüstkonstruktion bis zum „Domsgickel“ wurden mittels Druckabstützung freistehend realisiert.

Podesttreppen des Gerüstherstellers sowie insgesamt drei Last- und Personenaufzüge von GEDA bieten nicht nur für die nachfolgenden Gewerke einen komfortablen und wirtschaftlichen Transport von Werkzeug und Arbeitsmaterial sowie einen bequemen Aufstieg der Handwerker, sondern sorgten auch während des Gerüstbaus für optimale Logistik.

Das circa 84 Meter hohe, 950 Quadratmeter große und rund 80 Tonnen schwere Gerüst wurde durch die Arbeit von nur 3 Personen realisiert – eine bemerkenswerte Notiz.

Januar 2012