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DWA

Gute Gewässerzustände erreichen

Seit Inkrafttreten der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) hat nur ein geringer Anteil der Fließgewässerwasserkörper in Deutschland den guten ökologischen Zustand bzw. das gute ökologische Potenzial erreicht.

Dies belegen nachdrücklich die Aussagen im Bericht der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) zum Umsetzungsstand der Maßnahmen nach Wasserrahmenrichtlinie, obwohl eine Vielzahl von Maßnahmen erfolgte.

Teilweise liegt dies, so die weitere Ausführung, sicherlich an den natürlichen Rahmenbedingungen, die in der Regel nicht zu einer schnellen umfassenden Besiedlung mit Zielorganismen führen.

Die Arbeit der DWA-Arbeitsgruppe GB-10.1 „Erfolgsbewertung von Maßnahmen zur Erreichung eines guten Gewässerzustandes“ (Sprecher Dr.-Ing. Paul Wermter) im DWA-Fachausschuss GB-10 „Wasserrahmenrichtlinie“ zeigt, dass die aktuelle Bewertung nach EG-WRRL oftmals nicht geeignet ist, Entwicklung und Zwischenerfolge von Renaturierungsmaßnahmen im Hinblick auf die biologischen Qualitätskomponenten darzustellen.

Die Bewertung nach EG-WRRL ist eher großräumig auf Wasserkörper ausgelegt und orientiert sich daher an naturnahen Zielzuständen, die per Definition nur geringe anthropogene Abweichungen gegenüber natürlichen Gewässern aufweisen dürfen.

Dies sei insbesondere in Deutschland mit seinen überwiegend intensiv genutzten Flächen nur schwierig erreichbar.

Die Arbeitsgruppe konnte auf Basis einer ausführlichen Literaturstudie jedoch zeigen, dass vielfältige Einflussfaktoren auf die Entwicklung von ökologischen Verbesserungsmaßnahmen an Fließgewässerabschnitten einwirken.

Die Wirkungen positiver wie auch negativer Einflussfaktoren wurden zusammengetragen und beschrieben.

Mit der Bewertung und Analyse von unterschiedlichen Faktoren hat die DWA-AG GB-10.1 ein Gerüst erarbeitet, um in differenzierter Form eine Erfolgsbewertung von Renaturierungsmaßnahmen durchführen zu können.

Es handelt sich dabei jedoch weder um eine geschlossene Methode noch ein fertiges Instrument.

Eine Diskussion über eine Weiterentwicklung der Prinzipien der Zustandsbewertung von Renaturierungserfolgen ist aus Sicht der Arbeitsgruppe erforderlich.

Die Arbeitsgruppe strebt damit keine grundsätzliche Änderung der bisherigen Zustandsbewertung von Wasserkörpern in fünf Klassen an.
Sie schlägt jedoch die Integration einer differenzierten Bewertung der Maßnahmenwirkungen in die Berichterstattung zur EG-WRRL vor.

Es ist nicht die Absicht dieser Arbeit, das Ambitionsniveau der biologischen Bewertungskomponenten zu mindern, sondern einen Beitrag dazu zu leisten, den hierüber vorliegenden Wissensstand für die Darstellung von Maßnahmenerfolgen nutzbar zu machen.

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) hat nun den erwähnten Themenband „Erfolgsbewertung von Maßnahmen zur Erreichung eines guten Gewässerzustands“ veröffentlicht.

Juli 2020