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FH Oldenburg

Foto: Stiftung Prof. Lenz
v.l.n.r.: Prof. Dr.-Ing. Manfred Weisensee, Prof. Dr. Georg Steinhauser, Dr. Sergiy Dubchak

Prof. Lenz-Preis verliehen

Seit 2003 fördert die Stiftung Prof. Joachim Lenz im Institut für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e. V. bilaterale Projekt-/Ingenieurarbeiten.

Für die Ausschreibung und Verleihung des Stiftungspreises wird ein besonderer Fokus auf zukunftsorientierte Themen, Fragen und Lösungsansätze gelegt, verbunden mit dem Wunsch, die Beziehungen zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarländern zu vertiefen und zu festigen.

Der alle drei Jahre ausgeschriebene Stiftungspreis in Höhe von 10.000 Euro ging in diesem Jahr an Prof. Dr. Georg Steinhauser, Leibniz Universität Hannover, und Dr. Sergiy Dubchak, State Ecological Academy of Postgraduate Education and Management, Ukraine.

Auf der 5. Stiftungstagung in Bratislava wurden die beiden Preisträger für ihr Forschungsprojekt
„Das Verlanden des Kühlwasserspeichers des Atomkraftwerks Tschernobyl und dessen Auswirkungen auf die aquatische Umwelt in der Region“ geehrt.

Im Sinne der vorgegebenen Intention hätten die Preisträger mit ihrem Forschungsprojekt eine Brücke von europäischem Format geschlagen, so Prof. Dr.-Ing. Manfred Weisensee, Vorsitzender des Stiftungsausschusses der Stiftung Prof. Joachim Lenz, Oldenburg in seiner Laudatio.

Steinhauser und Dubchak beschäftigen sich in ihrem Forschungsvorhaben insbesondere mit Auswirkungen des Reaktor-Unfalls von Tschernobyl im Jahr 1986.

Hier wurden große Flächen der Umgebung des AKW unter anderem mit hochradioaktiven Brennstoffpartikeln – sogenannten „hot particles“ – kontaminiert.

Diese regneten nach dem Super-Gau auf die umliegenden Gewässer nieder und wurden im anoxischen Schlick am Grund der Gewässer konserviert.

So auch im Kühlteich des AKW Tschernobyl dessen Wasserspiegel nach Beendigung der Befüllung sank.
Das führte dazu, dass die hot particles am freigelegten Ufer nun erstmals Luftsauerstoff ausgesetzt wurden, wodurch sie korrodieren und ihre hoch radiotoxischen „Inhaltsstoffe“ freisetzten.

Die Preisträger wollen dieses einmalige Phänomen über längere Zeit hinweg beobachten und die Auswirkungen auf die aquatische Umwelt quantifizieren.

Mit der Verleihung des Prof. Lenz-Preises fühlen sich die beiden Forscher in ihrem Engagement bestätigt:
„Die Unterstützung der Prof. Joachim Lenz Stiftung ermöglicht uns die Realisierung des Projekts nicht nur aus finanzieller Sicht – die mit dem Stiftungspreis zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung bestärkt uns, an die Relevanz der Thematik zu glauben und das Projekt zum Erfolg zu führen“, so Steinhauser bei der Preisverleihung.

September 2018