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Ischebeck

Bild: PollerMax

Verkehrspoller für Sicherheitszonen

Im täglichen Gedankengut ist der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Dezember 2016 kaum noch vorhanden, aber immer wenn es um Sicherheitszonen geht, vor allem aber wenn das Thema „Weihnachtsmarkt“ bei den Kommunen auf der Aktivitätenliste steht, wird das schicksalhafte Ereignis wieder aktuell.

Das im münsterländischen Heek ansässige Unternehmen PollerMax hat diese Entwicklungen aufgenommen und ein neues Pollersystem entwickelt.

Die beiden Geschäftsführer Andreas Rosery und Jürgen Weitkamp entwickelten ein neues versenkbares und zeitlich aktivierbares Pollersystem, das deutlich schneller einbaubar ist als bisher auf dem Markt befindliche Systeme, so der Hersteller.

Möglich ist dies, weil die Poller direkt mit einem maßgeschneiderten Betonfundament angeliefert werden, wodurch das langwierige Gießen und Trocknen der Fundamente vor Ort entfällt.

Herausgestellt wird, dass in weniger als sechs Stunden alles erledigt ist, inklusive Aushub und abschließender Erdverdichtungsarbeiten.

Hier wird jedoch nicht auf ein einzelnes Standartprodukt fokussiert, denn es werden Poller in unterschiedlichen Größen angeboten, wobei das Modell PM-320 nach IWA 14-1 (technische Regeln für Fahrzeugrückhaltesysteme) zertifiziert ist und somit die höchsten Sicherheitsanforderungen zum Schutz öffentlicher Räume erfüllt.
Dieser Poller muss einem Anprall von 7,2 Tonnen bei 80 km/h standhalten.

Womit ein wesentlicher Aspekt eines Pollers die entsprechende Standfestigkeit aufgezeigt wird.

Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Erhöhung der Standfestigkeit des Poller-Blocks konnten die beiden Ingenieure auf ein im Markt eingeführtes Produkt zurückgreifen – den Mikropfahl TITAN von Ischebeck.

„Wir waren sofort überzeugt davon, dass dies die Lösung für die maximale Widerstandskraft ist“, so Rosery und Weitkamp.

Damit ist nun das Stahltragglied TITAN mit seiner 3-in-1-Funktion Hauptbestandteil des Systems.

Das gerippte Stahlrohr aus Feinkornbaustahl dient zugleich als verlorene Bohrstange, Injektionsrohr und Bewehrungsstab.

Nach drehschlagendem Einbohren mit Zementsuspension und anschließendem Verpressen unter gleichzeitiger Rotation bildet sich ein fest mit dem anstehenden Boden verzahnter Verpresskörper aus, der das innenliegende Stahlrohr sicher vor Korrosion schützt.

Und dies dauerhaft, wie die Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik bestätigt.

Das Einbringungsverfahren für dieses System ist im Übrigen immer gleich, unabhängig von Bodenbe- schaffenheit und Anwendungsfall.

Die Mikropfähle TITAN können sowohl Druck-, Zug- als auch Wechsellasten abtragen und verfügen je nach Innen- und Außendurchmesser des Stahltraggliedes über eine charakteristische Tragfähigkeit von bis zu 2.500 kN.

Im Crashtest der Dekra wurde der Mikropfahl als Zugpfahl gefragt, der beim Anprall des 7,2 Tonnen schweren Versuchs-LKWs Lasten von 2.000 kN aufnehmen und in den Boden abtragen musste.

Wegen des kiesigen, locker sandigen und damit wenig tragfähigen Bodens auf dem Dekra-Gelände in Eggebek in Schleswig-Holstein fiel die Wahl auf die TITAN 52/26 Mikropfähle, von denen jeweils zwei 19,5 Meter lange Pfähle je Poller eingebohrt wurden.

Dass die Kombination aus Mikropfahl TITAN und PollerMax auch unter diesen schwierigen Bodenbedingungen die Sicherheitserwartungen erfüllen, belegte der anschließende Crashtest eindrucksvoll.

Der mit 80 km/h anprallende LKW zerlegte sich völlig, wobei der Poller unversehrt inmitten der Trümmer blieb.

Durch den Rückbau konnte festgestellt werden, dass dies auf die Mikropfähle zutraft, denn auch diese haben den Anprall schadlos überstanden.

Nach dieser Reifeprüfung kann der Anbieter nun den Kommunen ein zügig einzubauendes Produkt mit Widerstandskraft anbieten.

Juni 2019