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Dauerhafte Asphaltbeläge durch vorbituminierte Asphaltarmierungen


Vorbituminierte Asphalteinlagen werden seit einigen Jahren erfolgreich zur Erhöhung der Dauerhaftigkeit und gegen Risse von bituminösen Asphaltbelägen eingesetzt. Die Asphaltarmierungen reduzieren die Ermüdungs- sowie thermische Rissbildung in der Asphaltschicht, so dass der Aufwand für den Straßenunterhalt sinkt. Möglich macht dies eine neue Generation der vorbituminierten Asphaltarmierungen aus Glas und Carbon. Dabei wird ein bewehrendes Gitter zwischen zwei Asphaltschichten verlegt und nimmt dann, ähnlich einer Bewehrung im Stahlbetonbau, auftretende Zugkräfte auf, die durch die Verkehrsbelastung oder durch Frost-Tau-Wechsel entstehen. Durch diese Zugkräfte reißt eine nicht armierte Asphaltfläche schnell auf.
In Deutschland wurden erste Erfahrungen mit Asphaltarmierungen vor ca. 30 Jahren gemacht. Damals hat man steife Geotextilien vorwiegend aus Polyester zwischen Asphaltschichten verlegt. Neben der Schwierigkeit des Verlegens, war dabei der Schichtenverbund sehr problematisch, so dass sich die Decke teilweise in Schollen von mehreren Quadratmetern Größe von der Straße ablöste. Zudem erwies sich die Fräs- und Recyclebarkeit dieser Geotextilien als äußerst problematisch. Deshalb setzte man Glasfasern anstelle von Polyesterfasern ein. Diese sind dehnsteifer und können somit Risse besser verhindern. Zudem nehmen sie keine Querkräfte auf und lassen sich daher problemlos fräsen und recyceln. Um die Glasgitter verlegen zu können, wurden sie auf Polypropylenvliese appliziert und diese Gittervliese dann mit Hilfe von ca. 1,5 bis 2,0 kg/m2 Bitumen verlegt. Ein Problem blieb jedoch der Schichtenverbund. Deshalb wurden die Gittervliesprodukte zu einer neuen Generation Asphaltarmierungen aus Glas- oder Kohlefasern weiterentwickelt. Diese Gitter sind mit reinem Bitumen penetriert. Durch diese Vorbituminierung kann auf ein Vlies als Verlegehilfe verzichtet werden. Anstatt der bis zu 2,0 kg/m2 Bitumen Voranstrich, wie sie bei Vliesstoffen erforderlich sind, werden nur ca. 200 g/m2 Bitumen als Voranstrich benötigt. Das ist ungefähr die Menge, die auch beim herkömmlichen Straßenbau ohne Asphaltarmierung für einen optimalen Schichtenverbund verwendet wird. Bei der Verlegung haftet das Gitter durch die Vorbituminierung auf der zuvor aufgebrachten, dünnen Bitumenschicht und kann anschließend ohne weitere Maßnahmen durch den Baustellenverkehr befahren oder direkt mit Asphalt überbaut werden. Beim Asphalteinbau wird das Bitumen am Gitter angelöst und die Verdichtung kann optimal erfolgen. Die Zuschlagssteine im Asphalt setzen sich in die Maschen des Armierungsgitters. Durch den gefrästen Untergrund und die Zuschlagssteine entsteht so die entsprechende Verzahnung und ein Schichtenverbund.
Die Stadt Köln vergab 2006 im Zuge einer öffentlichen Ausschreibung die Deckeninstandsetzung der Siegburger Straße in Köln Poll. Die stark befahrene Hauptverkehrsstraße dient auch als direkter Zubringer für den Autobahnanschluss Köln-Poll (A4). Die Fahrbahndecke war stark abgenutzt. Einzel- und Netzrisse hatten sich gebildet, die aus dem Unterbau reflektierten. Nach dem Abfräsen der alten Decke wurde eine neue, 4 cm starke Decke eingebaut. Um die erneute Reflektion der Risse aus dem Unterbau zu verhindern, entschied man sich für den Einbau einer Asphaltarmierung der neuen Generation: S&P Glasphalt G. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten S&P Glasphalt G und die Deckschicht an drei aufeinander folgenden Tagen eingebaut werden. Trotz der schwierigen Verkehrsführung wurde eine Einbauleistung der Asphaltarmierung von mindestens
500 m2/Stunde erreicht.



Ausgabe 8/9.2008