- Straßenbau
- Großmaschinen
- Verkehrsbautechnik
- Baustellen
- Sonstiges
Sind Geokunststoffe umweltfreundlich?
Nachhaltigkeit ist das Thema der Zeit unabhängig ob die Anschaffungen privaten Charakter aufweisen oder als betriebliche Investition durchgeführt wird.
Entsprechend erfolgt diese Fragestellung auch im Erd- und Grundbau.
Auch hier prägen Begriffe wie: Ökobilanz, CO2-Ausstoss oder „Carbon-Footprint“, die Diskussion.
Besonders bei dem Begriff „Kunststoff“ wird diese Thematik schnell aufgegriffen, was entspechend für die Geokunststoffe gilt, besonders, weil dieser Werkstoff in vielen Fällen die traditionellen Bauweisen verdrängt.
Im ersten Ansatz geschieht dies aus Kostengründen, da sich häufig kostengünstigere Lösungen durch diesen Werkstoff ergeben.
Aber wie ist die Betrachtung aus der Sicht einer Ökobilanz?
Wie sieht es mit der Auffassung aus, dass Geokunststoffe hier besser abschneiden, als Bauweisen mit Zement oder Feinkalk 1, obwohl dies sich auf den ersten Blick nicht so darstellt?
Die Industrie weist auf folgenden Aspekt hin, nämlich dass Geogitter, die z.B. aus Polypropylen erstellt werden während der Herstellung, rohstoffbedingt, höhere CO2-Emissionen verursachen als z.B. Zement, jedoch relativiert sich dies bei der Betrachtung der eingesetzten Menge an Geogittern im Vergleich zu mineralischen Stoffen, da lediglich ein Bruchteil an Menge Geogitter im Vergleich zu z.B. Menge Zement benötigt wird, um das gleiche Projekt zu realisieren.
Verschiedene Bauweisen mit Geokunststoffen, jeweils im Vergleich zu traditionellen Bauweisen wurden durch das WRAP² in Auftrag gegeben, durch Capita Symonds erstellt und im Rahmen des WRAP-Reports veröffentlicht.³
Es wurden jeweils die CO2-Emissionen und die Kosten der verschiedenen Bauweisen verglichen.
Anhand eines darin beschriebenen Projektes der Commonhead Abzweigung in der Nähe von Swindon, UK werden zum einen CO2-Emissionen und zum anderen Kosten der konkreten Bauweisen berechnet.
Bei dem Swindon-Projekt geht es um die Verbesserung der Verkehrssituation um den Kreisverkehr A417/A419, indem eine zweispurige Straßenüberführung auf einem Damm errichtet wird.
Um den erforderlichen Böschungswinkel der Anrampungen sicher gewährleisten zu können, müsste bei der vorgesehenen Ausführung ohne Bewehrung der vorhandene Lehmboden durch ein körniges Bodenmaterial ausgetauscht werden.
Bei der Lösung mit Geokunststoffen konnte der anstehende Lokalboden zusammen mit einer Geogitterbewehrung verwendet werden.
Abbildung Vergleich der Bauweisen; in Anlehnung an WRAP 2009
Diese Abbildung zeigt, dass durch den Einsatz von Geokunststoffen sowohl umweltschonend, wie auch kostengünstig ist.
Bei der Kalkulation wurden die Kosten der jeweiligen Bauweisen aus der Lagerung und Abfuhr des abgetragenen Materials, der Anlieferung des körnigen Materials und des Geogitters sowie des jeweiligen Bauablaufes zusammen angesetzt, was auch für die CO2 Berechnung gilt.4
Das vorliegende Beispiel basiert auf den Produkten der Firma Huesker, was den Einsatz der Geokunststoffe betrifft, genauer um das Produkt Fortrac® 35/20-20.
Die aufgezeigte CO2-Emissionsreduktion um ca. 30%, im Vergleich zur traditionellen Bauweise, wurde u.a. dadurch ermöglicht, dass bereits vorhandener Boden nicht komplett ersetzt werden musste.
Zudem konnte durch die Wahl der Geokunststofflösung eine Verminderung der Kosten um ca. 55% realisiert werden.
Der westfälische Hersteller weist auch auf sein umweltschonendes Produktionsverfahren hin, da die Geogitter ohne Anfall von Schmutzwasser und ohne Verwendung von Kühlwasser produziert werden.
Die modernen Produktionsanlagen stellen Geokunststoffe unter sehr geringem Ressourcenaufwand her, so das Unternehmen weiter.
Ein weiterer Belegt ist der nach DIN EN ISO 14001:2009 zertifizierte Herstellungsprozess.
In Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen wurde auch ein Nachhaltigkeitsbericht anhand der Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt.
Die GRI ist eine weltweit agierende, unabhängige Multi-Stakeholder-Initiative zur Entwicklung, Förderung und Verbreitung von Reportings zur nachhaltigen Entwicklung eines Unternehmens.
Aus diesem Bericht geht hervor, dass HUESKER hauptsächlich europäische und deutsche Lieferanten beauftragt, wodurch die transportbedingten CO2-Emissionen bei lediglich 1,6% der Gesamtemissionen liegen.
______________________________
1 EGLOFFSTEIN, Th. (2009): Ökologischer Vergleich zwischen Bauweisen mit mineralischen Baustoffen und Bindemitteln sowie Bauweisen mit Geokunststoffen. Geotechnik 32 (2009) Nr. 3. VGE Verlag GmbH, Essen.
2 WRAP (Waste & Resources Action Programme) setzt sich in England, Schottland, Wales und Nordirland für die Verringerung der Abfallproduktion ein. Zudem hilft das WRAP Unternehmen und Privatpersonen Ressourcen effektiv zu Nutzen und unterstützt bei der Entwicklung von nachhaltigen Produkten.
3 WRAP – Geosystems Report, July 2009: “Sustainable Geosystems in Civil Engineering Applications”
4 Der Kostenvergleich basiert auf Daten der jeweiligen Zulieferer und Speditionsunternehmen. Die CO2 Berechnungen gründen auf der Inventory of Carbon & Energy Datenbank (Version 1.6a) der Universität von Bath und des Carbon Trust.



