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Funke

Foto: Funke Kunststoffe GmbH

Kanalsanierung mit Rohren aus Kunststoff

Im oberbayerischen Markt Schwaben hatte 2014 eine Kanalinspektion erhebliche Schäden in Form von Scherbenbildung und Wurzeleinwüchsen an dem Mischwasserkanal „Am Kupferschmiedberg“ hervorgebracht.

Auch konnte ein Kanalabschnitt aufgrund festgestellter Hindernisse erst gar nicht befahren werden.
Zudem war eine Sanierung des alten, aus den 60er Jahren stammenden Kanals auszuschliesen, da dieser in einer Böschung liegt, welche inzwischen von großen Laubbäumen bewachsen ist.

So entschied sich das Sachgebiet Tief- und Straßenbau des Marktes mit seinem Leiter Uwe Müller für die Neuverlegung der Schmutz- und Regenwasserkanäle in offener Bauweise im Bereich der Fahrbahn.

Bei den Kanalrohren fiel die Wahl auf das HS®-Kanalrohrsystem 12 kN/m2.

Bedingt durch die Materialeigenschaften beträgt die durchschnittliche Nutzungsdauer der wurzeldichten Vollwandrohre nach Herstellerangaben bis zu 80 Jahre, was von der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft-Wasser/LAWA bestätigt wurde.

Zum Einsatz kamen neben den zur besseren Unterscheidung braun gefärbten Schmutzwasserleitungen und den blau gefärbten Regenwasserleitungen ein Energieumwandelschacht, der die auftretenden hohen Fließgeschwindigkeiten des Wassers von bis zu 8 m/s an der Straße mit einem Gefälle von bis zu 12 % wirkungsvoll abbaut.

Im Auftrag der Marktgemeinde führte die STRABAG AG, Bereich Regensburg Rohrleitungsbau den Auftrag im Zeitraum September/Oktober 2017 aus.

Verbaut wurden neben rund 160 m Schmutzwasserrohren DN/OD 315 rund 120 m Regenwasserrohren DN/OD 200, HS®-Kontrollschächte DN/OD 800 bzw. DN/OD 600 und ein HS®-Energieumwandelschacht DN/OD 800.
Zudem kam erstmalig auch die neuen Funke-Seitenabläufe inklusive INNOLET-System bei der Baustelle in dem zentrumsnahen Wohngebiet der 13.000 Einwohner zählenden Gemeinde zum Einsatz.

Dipl.-Ing. (FH) Erich Nuber vom Münchener Ingenieurbüro Schlegel gab an, dass er anfangs skeptisch gewesen sei:
„Ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Kunststoffrohre und -schächte dermaßen stabil sind.“
Doch deren Qualität habe ihn schließlich überzeugt.

Diese Erfahrung hatten Dipl.- Ing. (FH) Alfred Klein, Technischer Gruppenleiter der Gruppe Kanalbau beim Bereich Regensburg Rohrleitungsbau der STRABAG AG, und Uwe Müller, Leiter des Sachgebiets Tief- und Straßenbau des Marktes bereits auf zahlreichen anderen Baustellen gemacht
Klein: „Ich arbeite schon seit über 15 Jahren mit ihnen und kann mich an keinen gravierenden Gewährleistungsmangel erinnern.“
Auch Müller, der seit nunmehr 17 Jahren auf die HS®-Kanalrohre zurückgreift, kann sich nach eigener Aussage an keine bekannte Gewährleistungsmängel erinnern.

Beide Aussagen führen somit nicht nur zur Produktqualität, sondern auch zu den fachlichen Ausführungen der Unternehmen, welche die Rohre verbaut haben und gleichzeitig zur Handhabung der Produkte in der täglichen Baumaßnahme.

Das geringe Gewicht und damit der einfache produktbedingte Umgang und die guten Verlegeeigenschaften sind nicht die einzigen Vorteile des HS®-Kunststoffkanalrohrsystems, das in einer Grabentiefe von 0,5 bis 3 m auf einem Sand-Kiesauflager verlegt wird.
So verwies Klein darauf, dass Längenanpassungen einfach vorzunehmen seien, was unter anderem beim Bauen in Bestand ein wichtiger Aspekt sei.

„Wir haben zudem nahezu keinen Verschnitt mehr“, so Klein weiter, denn zur Verbindung der Rohre diente unter anderem die HS®-VARIOmuffe.
Diese „ …verfügt über eine integrierte Kugel, die dafür sorgt, dass die angeschlossenen Rohrverbindungen im Bereich von 0° bis 11° schwenkbar sind“, erläuterte der Funke-Fachberater Maximilian Mißlinger.

An den Übergängen zu alten Rohren unterschiedlicher Materialien kamen VPC®-Rohrkupplungen des westfälischen Anbieters zum Einsatz, mit denen sich die unterschiedlichen Werkstoffe selbst bei stark abweichenden Außendurchmessern sicher miteinander verbinden liesen.

Darüber hinaus hatte sich der Bauherr, aufgrund der engen Straßenverhältnisse für den Einbau von Funke-Seitenabläufen inklusive des INNOLET-Systems entschieden vgl.(Straßenentwässerung – weg von der Straße).
„Wir wollen die Abläufe nicht den hohen Belastungen etwa durch Müllfahrzeuge aussetzen, die in der engen Straße nicht ausweichen können. Daher verlagern wir die Abläufe von der Straße weg in den Gehweg “, erklärte Uwe Müller.

Darüber hinaus seien künftige Straßenarbeiten wie zum Beispiel Asphaltierungen einfacher, da der Straßenablauf außerhalb der Fahrbahn angeordnet ist.

„Herabfallende Blätter verstopfen den Seitenablauf aufgrund seiner speziellen Bauart nicht so, wie das bei Gussabdeckungen von herkömmlichen Straßenabläufen bei hohem Baumbestand der Fall ist“, so der Berater vom Hersteller zu diesem Produkt.

In der Baumaßnahme wurde der Seitenablauf mit einem INNOLET-Filter gekoppelt, der für eine Anschlussfläche von rund 400 m2 geeignet ist.
„So kann belastetes Wasser zum Beispiel erst gar nicht in den Teich gelangen“, sagte Müller mit dem Hinweis auf den nur rund 50 m entfernten Teich, der in Markt Schwaben regelmäßig als Kulisse für Aufführungen genutzt wird.

Das mit Feststoffen angereicherte Niederschlagswasser fließt in den mit INNOLET ausgerüsteten Straßenablauf und das dort dezentral gereinigte Wasser wird dann über den unten angebrachten Ablauf in den Kanal geleitet.

März 2018