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Kunststoffrohre im Probeeinsatz


Bei routinemäßigen Untersuchungen im Zuge der Eigenkontrollverordnung (EKVO) zeigten zu Beginn der 1960er Jahre verlegten Betonkanälen auf der Ebinger Straße in Meßstetten Korrosion und Rissbildungen.

Außerdem ergaben sich eine zu geringe Verlegetiefe und zu kleine Nennweiten. Für ein Gesamtvolumen von 800.000 Euro wird deshalb im ersten Bauabschnitt die unterirdische Infrastruktur erneuert.
Auf einer Länge von 450 m kommen zu 2/3 Betonrohre zum Einsatz; auf dem übrigen Drittel will die Stadt Meßstetten das Connex-Kanalrohrsystem von der Funke Kunststoffe GmbH tes­ten. Hier werden die Nennweiten DN/OD 315, 400 und 500 verlegt.
Ab der Friedrichstraße lag zudem eine Überdeckung von nur ca. 1 m vor. Dies soll im Zuge der Baumaßnahmen geändert werden: »Bei den derzeitigen Bauarbeiten wird der Kanal so tief gelegt, dass die Untergeschosse der angrenzenden Gebäude im freien Gefälle entwässert werden können«, erklärt Planer Dipl.- Ing. (FH) Hubert Wesner vom Ingenieurbüro für Tiefbau und Vermessungswesen.

Bei den rund 40 Hausanschlüssen werden HS®-Rohre DN/OD 160 in den Farben braun für Schmutzwasser und blau für Regenwasser verlegt. Bauleiter Dipl.- Ing. Hartwig Müller von der Clemens Müller Straßenbau GmbH & Co. KG: »Für das Einbinden der Hausanschlussleitungen in die Betonrohre verwenden wir das Fabekun®-Sattelstück und für die Connex-Rohre die passenden Connex-Anschlüsse.« Das Fabekun®-Sattelstück passt zu allen gängigen Rohrdurchmessern. Dank seiner dreidimensionalen Dichtung schließt es perfekt mit dem Innenrohrradius des Sammlers ab. Außerdem gewährtleistet das integrierte Kugelgelenk die erforderliche Flexibilität der Rohrverbindungen. Diese bautechnische Eigenschaft macht die Leitungen in einem Bereich von 0° bis 13° beweglich, was gerade bei dem unterschiedlichen Setzungsverhalten zwischen Kunststoff und Beton von Vorteil ist. Aber auch die Connex-Anschlüsse sind mit einer Kugel ausgestattet, die die angeschlossenen Rohrverbindungen zwischen 0° und 11° schwenkbar macht. Eine Bohrmaschine mit entsprechender Krone reicht aus, um die nötigen Löcher in die Sammler zu bohren. Dann wird das Unterteil des Anschlusses durch die Bohrung in das Hauptrohr gedrückt, gedreht und so weit hochgezogen, bis die integrierte Rückschubsicherung ausklappt und den Anschluss fixiert. Als Nächstes wird der rotbraune Distanzring auf die Führungsnut des Unterteils aufgesetzt und das mit Gleitmittel bestrichene graue Gewinderad verschraubt. Das Gewinderad wird mit dem dazugehörigen Schlüssel fest angezogen, um die innere Dichtung zwischen Anschlussunterteil und Hauptrohr zu verpressen. Als letzte Handgriffe werden der O-Ring und das Gewinde des Abzweigoberteils mit Gleitmittel bestrichen und das Abzweigoberteil in das Unterteil gedrückt und fest angezogen. Die Connex- und HS®-Rohre sind wie alle Formteile wandverstärkt und halten bereits ab einer Verlegetiefe von 0,8 m (Connex-) beziehungsweise 0,5 m (HS®-System) einer Verkehrslast von SLW 60 stand. Aufgrund ihres geringen Eigengewichts sind die 3 m langen Connex-Rohre auch gut zu handhaben. Was auf der Baustelle ebenfalls Anklang findet, ist die neue Dichtung des HS®-Kanalrohrsystems. Alle seine Bauteile sind ab Werk mit einer fest eingelegten FE®-Dichtung ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine rote Zwei-Komponenten-Dichtung, bei der das Dichtungsmaterial an den Stützring angespritzt ist. Dadurch kann sie beim Verlegen weder unbeabsichtigt herausgedrückt noch vergessen werden.


 


Ausgabe 4/5.2008