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Funke

Bilder: Funke Kunststoffe, Typ 2

Neue Köderstation für Kanalnetze

Vor wenigen Jahren noch wurden im Kanalnetz regelmäßige und flächendeckende Maßnahmen zur Schadnagerbekämpfung durchgeführt.

Mit Inkrafttreten der Biozidverordnung 528/2012 wurde der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln gegen Schadnager (Rodentiziden) – sie enthalten blutgerinnungshemmende Wirkstoffe, sogenannte Antikoagulanzien – neu geregelt.

Die konkrete Handhabung wird durch die Risikominderungsmaßnahmen (RMM) festgelegt.

Die vielfach noch gängige Praxis, den Köder zum Beispiel an einem Draht in einen Kanalschacht zu hängen ist in den RMM nicht vorgesehen, was insbesondere bei Starkregenereignissen und den damit verbundenen Überflutungen und Rückstauereignissen in Abwasserkanälen und -schächten dazu führt, dass „ausgehängte“ Köder mitgerissen und/oder die Gifte ausgewaschen werden, mit der Folge, dass sich die giftigen Substanzen im Abwasser befinden.

Für die Umwelt ergeben sich daraus erhebliche Probleme.

Man sieht sie nicht immer und manchmal hört man sie nur, aber sie sind da:
Überall dort, wo u.a. Menschen ihre Abfälle hinterlassen fühlen sich die Ratten und andere Verwerter wohl.
Dies trifft verstärkt auch auf die unterirdische Infrastruktur zu.
Ob in Kanälen, U-Bahnschächten oder anderen unteririschen Systemen, hier finden sie ungestörte Rückzugs- und Nistmöglichkeiten, sowohl im öffentlichen als auch im privaten-Bereich.

In nicht wenigen Kommunen wächst sich das Rattenproblem mittlerweile zu einer regelrechten Plage aus.
Die Gefahr für den Menschen besteht darin, dass Krankheiten übertragen werden können, am häufigsten sind dies Salmonelleninfektionen und andere Magen- und Darmerkrankungen.

Auch wenn dies heute nicht mehr im Fokus steht, die Pest kann direkt von Nagetieren (Murmeltieren, Eichhörnchen, Mäusen und Ratten) auf Menschen übertragen werden oder indirekt über Flöhe.

In den o.g. Bereichen kommt es zudem zu Wühltätigkeiten und Aushöhlungen im Untergrund. So kann aus kleinen Defekten z.B. im Kanalnetz durch diese Wühlungen ein großer Schaden entstehen.

Mit einer neu entwickelten Köderstation bringt die Funke Kunststoffe GmbH nun ein professionelles und im Einsatz rechtssicheres Produkt auf den Markt, mit dem sich Schadnager in Abwasserkanälen und -schächten wirkungsvoll bekämpfen lassen.
Die Köderstation ist so konstruiert, dass Giftstoffe selbst bei Rückstausituationen und steigendem Wasserstand nicht ausgewaschen werden können.
Hinzu kommt:
Für die Montage noch für das Nachfüllen der Köderstation ist ein Schachteinstieg notwendig!

Funke

Typ 2

Die Köderstation wird in zwei Ausführungen angeboten:
Der Typ 1 wird fest mit der Berme im Schacht verbunden und Typ 2, der über ein höheres Eigengewicht verfügt, wird mit einem Zuganker an der Leiter bzw. in den Schmutzfänger eingehangen.
Die Köderstation besteht aus einem Unterteil mit Ankerplatte, Köderschwimmer, Köderhalter, einem 25 cm langen Kunststoffzylinder (Ø 210 mm), welcher mit Öffnungen ausgestattet ist sowie einem Verschlussdeckel mit Metallbügel.
„Die Funktionsweise der mit Fraßköder gefüllten Köderstation ist denkbar einfach und gleichzeitig wirkungsvoll: Bei einem Rückstau im Kanal strömt das Abwasser durch die Öffnungen in die Köderstation, wobei der Köderschwimmer auftreibt und sich gegen die obere Abdeckung presst. Ein Durchmischen von Giftköder und Abwasser wird auf diese Weise wirkungsvoll unterbunden,“ erklärt Dirk Große-Farwick, Produktentwicklung Geschäftsbereich Tiefbau, des Hauses.

Das Unternehmen aus Hamm/Westf. verweist darauf, dass dieses Produkt auf der Basis jahrzehntelanger Erfahrungen bei der Produktion von Produkten aus PVC-U für die drucklose Abwasserableitung entstand und nun die Marktreife erreicht hat.

Dieter Jungmann, Leiter des Geschäftsbereiches Tiefbau des Herstellers, fasst seine aus vielen Gesprächen mit kommunalen Netzbetreibern zu dieser Thematik stammende Erfahrung wie folgt zusammen:
Eine Vielzahl handelsüblicher Produkte stößt schnell an ihre Leistungsgrenze, während die hier vorgestellte Köderstation nicht nur schnell zusammenzubauen sei, leicht zu bestücken ist und – besonders wichtig – auch in schwierigen Situationen im Abwasserkanal seine Funktionalität beweise.

März 2020