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Dommel

Bild: Dommel

Sichere Hausanschluss - Anbindung

Bei der Anbindung von Hausanschlüssen in Kunststoffrohren im Zuge grabenloser Sanierungsmaßnahmen treten oftmals Problemstellen hinsichtlich der Dichtheit auf.

So sind Tight-In-Pipe-Verfahren, klassisches Rohr-Relining oder Berstlining die übliche Praxis, denn die Vorteile sind offensichtlich, da keine Straßen oder Gehwege aufgebrochen werden müssen, wodurch Beeinträchtigungen wie Schmutz, Staub und Lärm für Anwohner sowie Behinderungen im Straßenverkehr erheblich reduziert werden.

Als recht schwierige Aufgabe bei einer grabenlosen Sanierung ist die Anbindung von Hausanschlüssen zu bezeichnen.
Insbesondere trifft dies bei den Werkstoffen PE oder PP zu, da die gängigen Sanierungsharze keine Klebeverbindung mit diesen Werkstoffen eingehen, daher wurden in der Vergangenheit Hausanschlussleitungen mit Kunststoffrohren aufwändig über eine Baugrube angebunden.
Um diesen Arbeitsvorgang zu vermeiden, hat die Simona AG ein spezielles Innensattelsystem für Hutprofile entwickelt, welches auch die Sanierungstechnik Dommel GmbH einsetzt.

„Beim Anbinden von Anschlüssen in Rohren aus Polypropylen oder Polyethylen mittels Robotertechnik hatten wir oftmals das Problem, dass konventionelle Sanierungsharze nicht richtig haften“, erklärt Benedikt Stentrup, Geschäftsführer der Sanierungstechnik Dommel GmbH.

Als ISA Tophat-Verfahren wird die hier eingesetzte Technik bezeichnet, das sich, wie hervorgehoben wird, sich zum grabenlosen Anbinden von Hausanschlüssen – sowohl für die Anwendung mit Hutprofil als auch zur Verpressung eignet.
Das Prinzip mit dem Simona PP-Innensattel-Hutprofil beinhaltet beim ersten Schritt eine Vorbereitung der Anschlüsse, die nach dem Relining an den entsprechenden Stellen unter Kamerabeobachtung angebohrt und aufgefräst werden.
Ist dieser Vorgang abgeschlossen, wird der Installationspacker mit der Sattelplatte für den Einsatz vorbereitet.
Letztere verfügt über eine integrierte Schweißwendel, welche über gängige Kunststoffschweißgeräte zum Schweißen unter Spannung gesetzt werden kann.
Die Verwendung einer Kamera ermöglicht die exakte Positionierung des Innensattels im Bereich eines Hausanschlusses sowie die Anpressung und Verschweißung.

Die qualitätsrelevanten Parameter der Verschweißung werden über ein Barcode-System eingescannt und automatisch protokolliert.
Abschließend überbaut der Roboter den Innensattel mit einem Hutprofil, das auf der gewebekaschierten Innenoberfläche der Sattelplatte zuverlässig verkleben kann.
Hierzu werden Versetzpacker samt Hutprofil in den Kanal eingeführt und über den bereits aufgeschweißten Innensattel gesetzt. Der Packer bläst sich auf und das Hutprofil kann aushärten.

Um einen Beweis auch unter praxisrelevanten Bedingungen zu erhalten, wurde von der Sanierungstechnik Dommel GmbH und der Simona AG beschlossen, die eigenen Erfahrungen durch eine Bachelorarbeit auf Herz und Nieren überprüfen zu lassen, was mittels eines Hochdruckspülversuchs nach DIN 19523 – Verfahren 2 („Praxisversuch“) erfolgte.

Nach 60 Spülzyklen mit normativer Spülstrahlleistungsdichte wurde der Versuch mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass zu keinem Zeitpunkt der Prüfung Beschädigungen oder Auffälligkeiten durch die Spülenergie an der Oberfläche der Rohre oder an den ISA Tophat Hutprofilen festgestellt werden konnten.

Auch das Verhalten der Reinigungsdüse war unauffällig.
Eine Untersuchung auf Veränderungen an der Spüldüse und der Keramikeinsätze fiel ebenfalls negativ aus.

Mit dem positiven Ergebnis kann somit festgehalten werden, dass eine Beständigkeit der Rohre inklusive der eingesetzten ISA Tophat Hutprofile gegenüber Beanspruchungen durch regelmäßig wiederkehrende Hochdruckreinigungen besteht.

Februar 2019