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Cemex

Foto: CEMEX/Armin Okulla

Zement für den Spezialtiefbau

Dort wo früher die traditionsreiche Schultheiss Brauerei in Berlin war, entsteht seit Mai 2015 ein neues Gebäudeensemble, das auf 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche einen Mix aus Shopping, Gastronomie und Entertainment beherbergen wird.

Zusätzlich lässt der Bauherr HGHI Schultheiss Quartier GmbH & Co. KG auf 6.000 Quadratmetern hochmoderne Büroflächen errichten, davon fast die Hälfte in denkmalgeschütztem historischem Baubestand.

Im Untergeschoss werden zudem 400 Parkplätze und ein Lebensmittelfachmarkt zur Verfügung stehen.

Der Zementlieferant für den Spezialtiefbau an diesem Projekt war die CEMEX Zement GmbH, die im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Baugrube Schultheiss Quartier Berlin, bestehend aus Bauer Spezialtiefbau GmbH und Keller Grundbau GmbH, von Oktober 2015 bis September 2016 eine Gesamtmenge von gut 8.000 Tonnen auf die Großbaustelle lieferte.

Die Zemente dienten zur Herstellung der Verbaukonstruktionen von zwei komplexen Baugruben mit insgesamt etwa 12.000 Quadratmetern Fläche, die die Arge unter beengten innerstädtischen Verhältnissen ausführte.

Die Arge-Partner teilten sich die Aufgaben:
Bohrkolonnen des technisch federführenden Partners Bauer stellten bis zu 17 Meter tiefe Mixed-in-Place-Wände her, legten Silikatgeldichtsohlen und Verankerungen an.

Keller Grundbau lieferte die Ressourcen für Bohrpfahlwände und für im Düsenstrahlverfahren hergestellte Unterfangungen, die zugleich als wasserdichte Verbauwände ausgelegt waren.

Beachtenswert war, dass zeitweilig die Partner sechs Bohrgeräte parallel im Einsatz hatten.

Zu ihrem Auftrag zählte ferner auch der Abbruch von zehn bestehenden Gebäuden und der Aushub von ca. 95.000 Kubikmetern Boden im Schutze von temporären Wasserhaltungen.

Für unterschiedliche Anwendungen wurden verschiedene Zemente aus den Werken Rüdersdorf und Eisenhüttenstadt verwandt.

Zur Herstellung der Anker diente ein Portlandzement CEM I 42,5 R, Hochofenzemente CEM III/A 42,5 N-NA und CEM III/B 42,5 L-SR/NA wurden im Düsenstrahlverfahren bzw. für die Baugrubenwände eingesetzt.

Eine Unterbrechung des Arbeitsverlaufes war nicht möglich, somit erfolgte die Herstellung eines Düsenstrahl-Unterfangungsabschnitts oder eines begonnenen Mixed-in-Place-Wandabschnitts zeitgleich mit den weiteren Bauarbeiten, was bedeutete, dass keinesfalls der Baustoff ausgehen durfte.

Auf der Baustelle standen zwar Silos zur Zwischenlagerung von Zement zur Verfügung, doch wurde von der CEMEX Logistik just in time – zeitweise sogar bis zu 200 Tonnen Zement am Tag – geliefert.

„Schon bei der Herstellung des Zements, der für das Düsenstrahlverfahren verwendet wurde, war voller Einsatz gefordert“, erläutert Andreas Wedenig von der Bauer Spezialtiefbau GmbH.
„Wenn der Zement auch nur kleine Fremdkörper enthält, kann das die an sich robusten Hochdruckpumpen beschädigen, dann hat man mit teuren Produktionsunterbrechungen und Folgeschäden zu kämpfen. Die CEMEX Zement GmbH hat deshalb im Produktionsprozess zusätzliche technische Stufen eingeführt, um eine gleichbleibend feine Qualität der Zementsuspension sicherzustellen.“

Auch der Logistikbereich des Anbieters hat sich für das Projekt besonders engagiert.
So sorgte er für einen reibungslosen Bauablauf und dafür, dass der aufwändig produzierte Zement in der vom Kunden erwarteten Qualität termingerecht auf die Baustelle gelangte.
Durchgehende Qualitätssicherung und Engagement – von der Zementproduktion, über die Bestellannahme und Disposition, bis hin zur Anlieferung der Zemente vor Ort – war somit die Voraussetzung für die erfolgreiche Bedienung des Bauvorhabens.

Yvonne Gotthardt, bei der CEMEX Zement GmbH im Bereich Vertrieb für das Objektgeschäft verantwortlich, hat viel Respekt vor der Leistung der Tiefbauexperten:
„Jeder Baugrund hat seine eigene Vorgeschichte und seine spezifische Geologie. Beim Düsenstrahl- verfahren arbeiten die Spezialtiefbauer in beachtlichen Tiefen und ohne direkte Sicht auf den entstehenden Baukörper. Es werden im Baugrund durch Injektion einer Zementsuspension ganze Sohlen oder einzelne Säulen hergestellt. Das ist eine sehr verantwortungsvolle, wichtige, hochpräzise Arbeit, von der man später, wenn an dieser Stelle ein neues Gebäude mit Tiefgarage oder ein anderes Bauwerk steht, leider kaum noch etwas ahnt.“

Die Eröffnung des Schultheiss Quartiers wird noch etwas auf sich warten lassen, denn die ist für Ende 2018 geplant.

November 2016