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Continental

Foto: Continental/Börje Svensson

Umgehungstunnel Stockholm

Die Fördergurte des Technologieunternehmens Continental transportieren tonnenweise Abraum aus einem der größten Infrastrukturprojekte Schwedens, das als Projekt „Förbifart Stockholm“ (wörtlich Vorbeifahrt Stockholm) bezeichnet wird.

Die Umgehungsstraße westlich der schwedischen Hauptstadt, die größtenteils als unterirdische Nord-Süd-Verbindung das Zentrum von Durchgangsverkehr entlasten soll, ist seit 2015 im Bau.

Weil der Abraum aus dem Megatunnel für den Straßenbau wiederverwertet werden kann, setzt HeidelbergCements Zuschlagstoffunternehmen Jehander in seinem Lötener Steinbruch nahe Stockholm auf Produkte des Unternehmens aus Hannover.

Die neue 21 Kilometer lange Autobahnverbindung in Stockholm soll die Luftqualität u.a. dadurch verbessern, dass die Staus, die sich durch die etwa eine halbe Million Pendler ergeben, stark reduziert werden.

In Zukunft sollen dann mehr als 18 Kilometer bis zu 80 Meter tief unter der Erde verlaufen und damit auch den drittgrößten See Schwedens, den Mälaren an drei Stellen unterqueren.

Nach der geplanten Eröffnung im Jahr 2026 sollen dann bis zu 11.000 Fahrzeuge pro Stunde beziehungsweise 145.000 Fahrzeuge pro Tag auf drei Spuren je Richtung durch die beiden getrennten Tunnelröhren rollen.

Es wäre sicherlich einfacher und kostengünstiger oberirdische Trassen und Brücken zu erbauen, doch Schweden stellt die Erhaltung der Umwelt in den Fokus und der Tunnelbau gilt als der nachhaltigste Ansatz dem erklärten Ziel des Verkehrsministeriums den CO2-Ausstoss relevant zu reduzieren, zu entsprechen.

Dier Verladung der durch die Megatunnel anfallende tonnenweise Abraum erfolgt mit Fördergurtanlagen, die das ausgehobene Gestein zu den drei für das Projekt errichteten temporären Häfen transportieren.

Der Abraum gelangt dann über die Wasserwege mit Binnenschiffen von der Baustelle nach Löten zu dem Steinbruch von Jehander.

Der Seeweg hat sich hier im Vergleich zu Lkw-Flotten als die deutlich effizientere Transportvariante herauskristallisiert, denn Schiffe können pro Ladung 1.500 bis 3.000 Tonnen des Gesteins aufnehmen, Lkws hingegen nur 35 Tonnen.

Pro Tag erreichen bis zu vier voll mit Abraum beladene Schiffe den Hafen von Jehander.
Das Gestein wird im weiteren Prozess erst gewaschen, zerkleinert und behandelt, um dann unter anderem als Beton zum Großteil für den Straßenbau wiederverwendet oder für Wohn- oder Geschäftshäuser in Stockholm und Umgebung genutzt zu werden.

Kausal ist hier der ständige Wachstum der Bevölkerung in der Region um Stockholm zu benennen und eine wachsende Stadt benötigt vor allem eins: Baumaterial.

„Hier, im Steinbruch in Löten arbeiten unsere Textilfördergurte aufgrund des Großbauprojektes Förbifart derzeit auf Hochtouren. Sie haben sich bei zahlreichen Projekten mit dem Baustoffunternehmen HeidelbergCement und seinen Tochtergesellschaften in Schweden sowie bei Projekten weltweit als äußerst zuverlässig erwiesen“, führt Daniel Grimes von Continental aus.

Beides kann Niclas Pettersson von Jehander bestätigen.
„Bisher sind etwa sieben Prozent der insgesamt 5,5 Millionen zu verarbeitenden Tonnen des Gesteins aus dem Tunnel angekommen. Wir können uns dabei nicht nur auf die Qualität und lange Lebensdauer der Continental-Fördergurte verlassen, sondern auch auf den reibungslosen Betrieb der Anlagen. Service spielt in unserer langjährigen Partnerschaft eine ebenso große Rolle wie die hochwertigen Produkte und Systeme.“

Januar 2019