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Thyssenkrupp

Foto: thyssenkrupp Infrastructure

Verbauecke dient zur Baugrubensicherung

Im Auftrag der Stadtwerke Waldkraiburg GmbH führt die PRANTL ROPPEN Erd- und Leitungsbau GmbH in diesem Jahr umfangreiche Tiefbauarbeiten aus, mit denen die Stadtwerke die Leitungsverbindung einer bestehenden Insellösung im Westen der Stadt an das bestehende Geothermie-Fernwärmenetz realisiert.

Die Baumaßnahme wurde in drei Lose aufgeteilt.

Neben den Fernwärmeleitungen wurden in der neuen Trasse gleichzeitig Leerrohre für Mittelspannungsleitungen von 20 kV, Breitbandkabel und Wasserleitungen verlegt.

Eine verbautechnische Sonderlösung trug dazu bei, den Bauablauf schnell, sicher und wirtschaftlich zu gestalten.
Während für die Baugrubensicherung bei Richtungsänderungen im Trassenverlauf oder bei der Erstellung von bei Fernwärmeleitungen gebräuchlichen U-Dehnungsbogen üblicherweise Holzbohlen, Kanthölzer, Stahlplatten oder sonstige Hilfsmittel verwendet werden, um Winkelbereiche sicher zu verbauen, kam in Waldkraiburg erstmals die sogenannte krings Verbauecke System Passler von der thyssenkrupp Infrastructure zum Einsatz.

Das strebenfreie Verbausystem ist vor Ort flexibel zu handhaben und beim Rückbau trägt der Ablauf von gleichzeitigem Ziehen und Verdichten zudem zur Sicherheit im Leitungsgraben bei und verhindert Setzungen im Baufeld.

„In den betroffenen Straßenzügen werden die Fernwärmeleitungen in der Regel in einer neuen Trasse in offener Bauweise in der Fahrbahn verlegt. In Teilbereichen erfolgt eine Mitverlegung von Lichtwellenleiterrohren sowie von Wasser- und Stromleitungen, um zukünftige Aufgrabungen weitestgehend einzuschränken“, erläutert Peter Prantl, Geschäftsführer, des Bauunternehmens die Maßnahme, die seit Mai 2018 durchgeführt wird.

Die verwendeten Kunststoffmantelrohre mit einer Baulänge von 12 Metern wurden in den Verbau eingefädelt und dann verschweißt.
Für die Sicherung der 1,55 Meter breiten und 1,60 Meter tiefen Baugrube kam mit der Verbaubox krings KVL eine speziell für Verbauarbeiten im innerstädtischen Einsatzbereich konstruierte kleine Stahlbox mit Modullängen von 2,25 und 3 Metern zum Einsatz.

„Sie eignet sich ausgezeichnet zur Verlegung und Sanierung von Gas-, Wasser- und Telefon- bzw. Stromleitungen sowie zur Erstellung von Hausanschlüssen.
Stabile, auf die gewünschte Grabenbreite einstellbare und schnell zu wechselnde, mit Bolzen und Federstecker gesicherte Streben sowie Anschlagösen an den vier Eckpfosten erleichtern das Arbeiten“, beschreibt Dipl. Ing-Eberhard Uelner, thyssenkrupp Infrastructure, die Einsatzmöglichkeiten des Verbausystems.

Die Boxen weisen ein geringes Eigengewicht auf, jedoch sind die montierten Boxen standfest und eignen sich zum Einbau im Einstellverfahren.

Die Fernwärmeversorgung besteht aus zwei Leitungen, weshalb die Leitungsgräben breiter sind, als die für Wasser oder Gasleitungen.
Zu beachten ist ferner der Umstand, dass Fernwärmerohre sich während des Betriebes auf eine Temperatur von bis zu 120 °C erwärmen, wodurch eine sehr spezielle Bauweise erfolgen muss.
Auch gilt es, den Wärmeverlust so gering wie möglich zu halten.

So sind die durch den unterschiedlichen Tag- und Nachtbetrieb auftretenden Temperaturschwankungen zu kompensieren, denn die Rohre dehnen sich entsprechend des verwendeten Materials aus bzw. ziehen sich zusammen.
Um hierbei mögliche Schäden zu vermeiden, sind Puffersysteme einzubauen.

Bei dieser Baumaßnahme haben sich die Baupartner für den Einbau sogenannter „U-Dehnungsbogen“ entschieden, wodurch die Rohre sich ohne Probleme bewegen können.

„Diese u-förmigen Ausbuchtungen in der Leitungstrasse kommen ca. alle 100 bis 120 Meter vor“, erklärt Bauleiter Joachim Schöpf, vom ausführenden Unternehmen.
Hier wurde nun zur Sicherung das neue System eingesetzt, die Verbauecke System Passler.

Die Verbauecke wurde konstruiert, um Abweichungen des Rohrgrabens in Längsrichtung bis 90 ° einfach und sicher zu verbauen.
„Aufgrund seiner Beweglichkeit passt das System auch dann noch, wenn der Winkel über 90 ° oder unter 90 ° liegen sollte. Vorteile für den Tiefbau ergeben sich auch durch eine erhebliche Einsparung an Arbeitszeit und Arbeitsaufwand“, hebt Manfred Passler von der Passler Baumaschinen GmbH die Vorteile der Verbauecke hervor.
Dies gelte sowohl beim Einbau als auch beim Rückbau.

Hierbei wird die Verbauplatte schrittweise um die aufzufüllende Höhe gezogen.
Dies wiederholt sich bis die Platte ganz aus dem Graben genommen werden kann.
Somit ist sichergestellt, dass der Winkelbereich vorschriftsmäßig verdichtet werden kann.

Durch den Einsatz der Verbauecke ergeben sich Einsparungen auch hinsichtlich des Materialeinsatzes, denn die bisher verwendeten Materialien und Hilfsmittel werden nicht benötigt und der Zeitaufwand für das Erstellen der Baugrubensicherung entfällt ebenso.

Passler verweist zudem darauf hin, dass aufgrund der Kompatibilität zu allen herkömmlichen Verbausystemen keine zusätzlichen Kosten für eine Systemanpassung entstehen.

Insgesamt kamen 10 Module des neuen Systems zum Einsatz.

Die Arbeiten liegen im Zeitplan und im November soll dann der Waldkraiburger Westen durch die neue Leitungstrasse mit geothermaler Fernwärme versorgt werden.

Oktober 2018