SUCHE


Renault

Bild: Renault Trucks

Im Versuchstest – LKW mit 12.8 % Energieeinsparung

Renault Trucks informiert, dass nach neun Monaten Feinanpassung und sieben Monaten Erprobung des Versuchsfahrzeugs Urban Lab 2 sich eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs sowie der CO2-Emissionen von 12,8 Prozent im Stadt- und Regionalverkehr ergab.

Ein Resultat, dass auf eine Optimierung der Aerodynamik, des Antriebsstrangs, der Bereifung sowie durch die Konnektivität zurückzuführen ist.

So sieht der Hersteller in der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen seiner Fahrzeuge auch weiterhin einen wichtigen Bereich in der Forschung und Entwicklung.

Deshalb wurde 2016 das Kooperationsprojekt EDIT – Efficient Distribution Truck ins Leben gerufen, zudem zusätzlich zu Renault Trucks noch sechs weitere Kooperationspartner gehören.
Dies sind: Valeo, Lamberet, Michelin, BeNomad, INSA Lyon (LamCoS) sowie IFSTTAR (LICIT).

Das Projekt hatte zum Ziel, den Verbrauch eines temperaturgeführten Lkw im Stadt- und Regionalverkehr um 13 Prozent zu senken.

Zur Umsetzung und Überprüfung des vorgesehenen Zieles entstand das Versuchsfahrzeug Urban Lab 2.
Nach sieben Monaten Erprobung und 4500 Kilometern im öffentlichen Straßenverkehr sowie auf dem Rollenprüfstand wurden die im Vorlauf des Projekts aufgestellten Hypothesen bestätigt.

Zum Aufbau eines statistisch repräsentativen Prüfzyklus für den temperaturgeführten Verteilerbetrieb griffen die Ingenieure vom LKW-Produzenten auf eine Datenbank mit über 8000 gemessenen Kilometern zurück.

Der Zyklus auf öffentlichen Straßen setzte sich aus 12 Kilometern Stadtverkehr, 50 Kilometern Regionalverkehr und 57 Kilometern Autobahnfahrt zusammen.

Vor der Erprobung wurden der Urban Lab 2 und das Referenzfahrzeug auf dem Rollenprüfstand eingefahren. Darüber hinaus wurde eine detaillierte Leistungskontrolle der Antriebsstränge der beiden Fahrzeuge vorgenommen, um die Repräsentativität der für dieses Projekt eingesetzten Fahrzeuge zu garantieren.

Der Partner Lamberet arbeitete mit dem Hersteller an der Aerodynamik des Lkw sowie des Kühlaufbaus.

So wurden z.B. zur Reduzierung des Luftwiderstands die Verdampfer in das Aufbaudach und das Kühlmodul in den Fahrzeugrahmen integriert.
Ferner wurden aerodynamische Anpassungen wie Heckflügel und hochklappbare PVC-Textilverkleidungen hinzugefügt.

Ein kombiniertes System aus den mit Valeo entwickelten Mikro-Hybrid und Start & Stop Technologien wurde ebenfalls mit dem Urban Lab 2 erprobt.

Mehrere Einsatzstrategien des Mikro-Hybrid-Systems wurden getestet, um die beim Bremsen zurückgewonnene Energie zu maximieren. Außerdem wurden diverse Start-Stop-Strategien des Motors herausgearbeitet, um Zeit zu sparen und Vibrationen zu minimieren.

Das Fahrzeug wurde zudem mit einer von BeNomad entwickelten Navigationssoftware sowie mit einem weiteren System ausgestattet, das mit den Verkehrsleitsystemen kommuniziert, was die Anpassung der Fahrzeuggeschwindigkeit an beispielsweise die Ampelschaltung (grüne Welle) ermöglicht.

Nähert sich das Fahrzeug einer Ampel, sendet diese Daten und das System berechnet dann, ob es ökonomischer ist, zu bremsen oder das Fahrzeug zu beschleunigen.

Auch wurde das Versuchsfahrzeug mit einem Reifen-Prototyp von Michelin ausgestattet, der den Rollwiderstand noch weiter reduzierte.

Das Ergebnis dieses Projektes war, dass der Urban Lab 2 eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs von 12,8 Prozent gegenüber dem Referenzfahrzeug Renault Trucks D Wide aufwies, was einer Ersparnis von 3,5 Liter Kraftstoff und neun Kilogramm CO2 auf 100 Kilometer entspricht.

Das Versuchsfahrzeug wird es, so die weitere Mitteilung, nicht in dieser Form als Serienfahrzeug geben, jedoch könnten sich die am effizientesten erwiesenen Technologien künftig durchaus in Serienfahrzeuge wiederfinden.

August 2018