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Schlüter

Ein Familienbetrieb mit Charakter

Erwitte, eine Stadt in Westfalen, an der B1 gelegen, ist der Firmensitz von Schlüter Baumaschinen.

Sicherlich ist der Bekanntheitsgrad dieser Stadt nicht mit Berlin, München oder auch Dortmund zu ver- gleichen, gleichwohl weist die Region eine überragende geschichtliche Bedeutung auf, denn die heutige B 1 verläuft überwiegend auf dem historischen Handelsweg des Hellweges, der aus der vorrömischen Zeit stammt und ein Teil der Verbindung von Brügge bis nach Nowgorod war.

Ein Ort also, an dem Handel seit über 2000 Jahren seinen Platz hat.

Wenn der Blick zurück in die Geschichte sich auf die letzten 50 Jahre ausrichtet, schaut man in dieser Region auf eine Bundesrepublik, die nach der steilen Entwicklung nach dem Kriege die ersten wirtschaftlichen Veränderungen erfahren hat.
Kohle und Stahl hatten ihre erste Rezession, auch die Textilindustrie verlor immer mehr Produktionsstätten, wodurch Arbeitskräfte in erheblicher Zahl freigesetzt wurden.

Es war eine Zeit, in der sich die Industrie und die Werte in einem großen Umbruch befanden.
Die Bundesrepublik, gerade mal 16 Jahre alt, war 1964 daher nicht gerade die Region, um zu investieren und um eine Zukunft auf eigenen Beinen zu schaffen.
In diesem Jahr, in dem in Tokyo die Olympischen Spiele veranstaltet wurden, in dem in den Vereinigten Staaten die gesetzliche Aufhebung der Rassentrennung geschah und Willy Brand Vorsitzender der SPD wurde, gründete der Ingenieur Caspar-Heinrich Schlüter seine Firma.

In einer Region, die überwiegend landwirtschaftlich geprägt ist, wären Maschinen für die Landwirtschaft sicherlich naheliegender gewesen, jedoch entstand hier, nach dem Ende des ersten Weltkrieges, mit der Zementindustrie ein neuer, wirtschaftlicher Faktor, der sich in der jungen Bundesrepublik weiterentwickelte.

Daher ist die Entscheidung auf die bauwirtschaftliche Ausrichtung erklärlich und wurde durch die Entwicklung getragen, dass man bereits nach kurzer Zeit in neue, größere Räume ziehen musste, nämlich zu dem Standort an der B 1, an dem das Unternehmen auch heute noch zu finden ist.

Massey-Ferguson Produkte, speziell der Bagger-Lader sind die Grundlage der ersten Jahre, wobei man bereits sich zu dieser Zeit nicht nur auf den Verkauf ausgerichtete, sondern mit einer Werkstatt und Einsatzfahrzeugen einen kundenorientierten Ansatz schuf.

Zurückblickend werden die 60er Jahre häufig recht positiv gesehen, jedoch fanden die gesellschaftlichen Umbrüche auch in den Betrieben statt und ein kleines Unternehmen konnte bei den wirtschaftlichen Veränderungen schnell seinen kleinen Markt verlieren.

Sicherlich gab es auch hier Tage, an denen von Auftrag zu Auftrag gezittert wurde und Kundenwünsche manchmal kaum zu erfüllen waren. Hilfreich war aus der Sicht zurück der kollegiale und familiäre Zusammenhalt, wie auch die besondere Möglichkeit, die die kleine Werkstatt bot, dem Kunden etwas anzubieten, was die Sortimentsstruktur des Maschinenherstellers nicht vorsah.

Eine markante Veränderung entstand durch die Übernahme von Hanomag durch Massey Ferguson von Rheinstahl im Jahre 1974, denn nun konnte ein breiteres Produktangebot mit der geographischen Nähe zum Herstellungsort angeboten werden.

Komatsu

Werbung in der HOCH & TIEFBAU 1974

Aus heutiger Sicht der Start in eine dynamische Entwicklung, denn nicht nur die Angebotspalette am Markt wurde erweitert, sondern vor allem auch die Verkaufsgebiete .

Einhergehend mit der geographischen Vergrößerung des Vertriebsgebietes und des Angebotsportfolios ergaben sich noch stärker differenzierte Kundenwünsche, auf die man sich dann bereits Mitte der 70er Jahres strategisch ausrichtete.

Ein aus in frühen Startjahren entwickeltes ausgeprägtes Empfinden für Kundenwünsche schlug sich in der Ausweitung von Serviceleistungen nieder.

Auch Entwicklungen von eigenen, nach Kundenwunsch ausgerichteten Produkten, ergaben sich in dieser Zeit, wie auch die Ausweitung der Vertretung mit weiterer, ins Portfolio passende Baumaschinentechnik wurde durchgeführt .

Beratungsanalysen und –strukturen wurden als Mittel der Marktbearbeitung und Optimierung der Verkaufspotentiale in diesem Zeitraum ebenfalls eingeführt.
Merkmale, die innovativ und nicht typisch für den Vertrieb in dieser Zeit waren.

Die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglichte dem Erwitter Unternehmen eine weitere Expansion, wobei die Hausphilosophie von Kundennähe und eigener, strukturierter Ausbildung der Mitarbeiter weitergetragen und ausgeweitet wurde.

Der sich verändernden Bewertung von Eigentum an Maschinentechnik wurde durch die Gründung einer eigenen Mietservicedienstleitung, wie auch durch den An- und Verkauf von gebrauchten Maschinen Rechnung getragen.

Komatsu

Werbung in der HOCH & TIEFBAU 1989

Die anteilige Beteiligung und die komplette Übernahme von Hanomag durch Komatsu im Jahre 2002 entwickelte sich sukzessive vorteilhaft für das Familienunternehmen, nicht zuletzt auch dadurch, dass sich der Hersteller auf die speziellen Gegebenheiten der europäischen Märkte ausgerichtet hat.

Die Verantwortung für Verkaufsregionen erweiterte sich ständig und nicht nur in den neuen Bundesländern, auch in Richtung Süden und Norden, ja bis ins Saarland hinein entwickelte sich die Zuständigkeit für den japanischen Baumaschinenhersteller.

Heute betreut der westfälische Baumaschinenpartner mit 400 Mitarbeitern in 17 Betrieben fast ein Drittel der Bundes- republik.

Auch bei dieser Erweiterung bleibt das Unternehmen den entwickelten Grundsätzen nach positiver Kundenbetreuung, der gemeinsamen Produktentwicklung mit dem Kunden und den Dienst- und Serviceleistungen, die der Kundenbindung dienen, verbunden.

Thomas Schlüter, geschäftsführender Gesellschafter, führt dazu aus:
„Wenn ich eine Maschine einführe in den Markt, lebt diese 10 Jahre und dann muss ich auch zu dieser Maschine 10 Jahre stehen“.
Ein kurzfristiger Verkaufserfolg ist somit nicht das Unternehmensziel, sondern, so Schlüter weiter:
„ein lifecycle management des Produktes“.

Stark im Fokus liegt auch die Ausbildung und Mitarbeiterführung , was sich unter anderem darin ausdrückt, dass es seit all den Jahren eine Mitarbeiterfluktuation von gegen null gibt.

Ausbildung heißt ferner, nicht nur das duale berufliche Ausbildungssystem auszufüllen, es wird auch mit ortsnahen Bildungseinrichtungen von der Hauptschule bis zu den Hochschulen zusammengearbeitet, um dem einzelnen Mitarbeiter ein berufliches Bildungs- und Entwicklungspotential zu bieten, wie auch dem Unternehmen langfristig die Führungskräfte zuzuführen, die die Philosophie des Unternehmens tragen, leben und weitergeben.

Ganz neu zeichnet sich eine Zusammenarbeit mit der neuen Fachhochschule Lippstadt-Hamm ab.

Frau Petra Schlüter hierzu: „Wir sprechen zur Zeit mit der Fachhochschule in Hamm, um einen dualen Ausbildungsweg für technische Ingenieure, der Studiengang, der uns zur Zeit am meisten interessiert, zu ermöglichen“.

Bedenkt man, dass sich das Unternehmen im Jahre 1970 sehr erfreut über 21 Mitarbeiter zeigte, so kann man heute auf 400 Betriebszugehörige zurückgreifen, von denen allein 90 Fachkräfte für den Kundendienst im Außendienst tätig sind.

Darüberhinaus werden vom Unternehmen heute Maschinen in 40 unterschiedlen Branchen betreut, hauptsächlich vom Hersteller Komatsu.

Seit über einem halben Jahr werden nun auch die Produkte der Sennebogen green line vertreten, wenn auch nicht im identischen Vertriebsgebiet.

Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal ist und bleibt die Entwicklung und Produktion von speziell nach Kundenwünschen hergestellten Anbaugeräten.
Alles zusammen bietet dies die Grundlage für die dynamische Entwicklung des Hauses.

Veränderungen sind permanent, doch ohne Struktur und Grundsätze, die beibehalten werden, sind dynamische Entwicklungen nicht erfolgreich durchzustehen, könnte hier der Slogan sein.

Juli 2011