SUCHE


Ischebeck

Bild: Ischebeck

Fertig montierte Randtische für ein besonderes Projekt

Im niederländischen Eindhoven entsteht zurzeit im Bezirk Strijp-S nach einem Entwurf des italienischen Architekten Stefano Boeri ein 70 Meter hoher, sehr spezieller Wohnturm mit 19 Etagen, der Trudo Tower, dessen mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Balkone die Vorstellung eines vertikalen Waldes hervorrufen soll.

Das Projekt ist nicht nur in dieser Hinsicht außergewöhnlich.

Zunächst der Investor selbst, denn die Eindhovener Wohnungsbaugesellschaft Sint Trudo, die bereits vor über 100 Jahren gegründet wurde, arbeitet mit dem Credo, den Menschen und die soziale Verantwortung ins Zentrum zu stellen und zudem nachhaltiges Bauen zu fördern.

Demzufolge werden hier keine Luxus-Appartements errichtet, sondern 125 kompakte 50 qm Lofts, jeweils 3,50 Meter hoch, individuell aufteilbar und ausgestattet mit Balkonen sowie Pflanzkästen für speziell zu diesem Zweck gezüchtete Pflanzen und dies als soziale Mietwohnungen.
125 Bäume mit einer Höhe von bis zu 6,50 Metern und 5.200 weitere Pflanzen sollen hier einmal wachsen und zur Verbesserung des Klimas beitragen.
Außerdem sieht das etwa 21 Millionen Euro teure Projekt am Boden einen 350 qm großen Gemeinschaftsgarten vor.
Büro- und Lagerräume im ersten Stock und Einzelhandel und Gastronomie im Erdgeschoss runden das Konzept ab.

Der neue Turm passt damit gut ins Umfeld von Strijp-S, einem innerstädtischen Bezirk, der auf dem ehemaligen Philips-Werksgelände entstand und heute für kreatives Wohnen, Arbeiten und Kultur steht.

Die Ausführung dieses Bauvorhabens liegt in den Händen des zur Volker Wessels Gruppe gehörenden Bauunternehmens Stam + De Koning, das mit über 100 Mitarbeitern bereits seit 1987 herausfordernde, komplexe Wohnprojekte realisiert.
Die Betonierarbeiten am Turm hat dabei die niederländische DESA Construction übernommen.

Die besondere Herausforderung bei diesem Projekt liegt in den etwa drei Meter weit auskragenden Betonteilen mit einer Deckenstärke von 39 Zentimetern, die später die Bepflanzungen zu tragen haben.

Bei der Suche nach Lösungen zum Abstützen der Auskragungen vom Gebäudeinneren heraus fiel die Wahl auf das Alu-Schalungsgerüst TITAN von Ischebeck, kombiniert mit den besonders tragfähigen Überbrückungsträgern TITAN.
So wurden bei den Überbrückungsträgern zwei Alu-Schalungsträger TITAN 225 mit einer Alu-Trägerkupplung schubsteif miteinander verbunden.
Größtenteils sind diese Träger bei dieser besonderen Baumaßnahme 5,40 Meter lang, in den Eckbereichen sogar bis zu sechs Meter.

Zusammen mit den Systemkomponenten Alu-Spindelstütze TITAN, Aussteifungsrahmen und Alu-Schalungsträgern TITAN 160 H und 120 als Belagsträgern entstanden hieraus Randtische, die dann in den verschiedenen Takten komplett montiert immer wieder zum Einsatz kommen.
Nur drei Randtisch-Typen wurden insgesamt bei diesem Projekt eingesetzt – eine Eckvariante und zwei unterschiedlich breite Tische für die Gebäudeseiten.

Insgesamt kamen 24 Tische pro Etage zum Einsatz, um so die auskragenden Bereiche zügig und sicher schalen zu können.

Zur Absturzsicherung auf der Arbeitsebene wurden die Randtische zudem mit Alu-Seitenschutzgittern TITAN bestückt.
Im rückwärtigen Bereich gaben Richtstreben vom Typ RSK 4 dem Alu-Schalungsgerüst Stabilität und dienten damit zudem dem Lastabtrag.
Der Lastabtrag erfolgte außerdem über Spindelstützen TITAN HV (Außenrohr Aluminium / Spindel Stahl), von denen jeweils eine unter den auskragenden Trägern montiert wurde oder, wo dies wegen fehlender Betondecken zum Abstützen nicht möglich war, über zusätzliche Richtstreben.
Um die umfangreichen statischen Nachweise belegen zu können, kam die Bemessungssoftware smartTITAN von Ischebeck zur Anwendung.
Mit dieser Software kann nach Herstellerangaben für jede Aufbausituation des Alu-Schalungsgerüstes die optimale Auslastung des Systems ermittelt und die entsprechende prüffähige Statik erstellt werden.

Der große Vorteil dieser Randtische lag darin, so die weitere Ausführung, dass sie nur einmal zusammengebaut werden mussten und dann komplett mit Randabschalungen und Seitenschutz als Einheit mit einer Ladegabel in das nächste Stockwerk umgesetzt werden konnten.

Entsprechend der besonderen Aufgabenstellung wurde die eingesetzte Ladegabel speziell für diese Randtische angefertigt.
Auch die vorhandenen Brüstungen stellten kein Hindernis bei der Umsetzung dar, denn da die Alu-Spindelstützen mit Gelenkplatten ausgestattet sind und hochgeklappt werden können, konnte die Ladegabel über den kompletten Tisch über die Brüstung gehoben und ins nächste Stockwerk verfahren werden.

Das Alu-Schalungsgerüst als Randtisch stellte somit eine ideale Kombination aus Wirtschaftlichkeit und Sicherheit dar, denn wenige Bauteile, wiederkehrende Arbeitsabläufe, ein einfaches Umsetzen in das nächste Stockwerk, eine sofort abgesicherte Arbeitsplattform, dieses führte dazu, so die Information, dass die auskragenden Platten effizient und sicher einzuschalen waren und die Baukosten reduziert wurden.

Die geplante Fertigstellung für den Trudo Tower ist auf Oktober 2021 fixiert.

September 2020