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Bild: Daimler Truc AG

Kooperation zur Flüssigwasserstoff-Betankungstechnologie für Lkw

Die Daimler Truck AG teilte mit, dass mit Linde (NYSE: LIN; FWB: LIN) eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung der nächsten Generation von Flüssigwasserstoff-Betankungstechnologie für Brennstoffzellen-Lkw unterzeichnet wurde.

Im Fokus dieser Zusammenarbeit stehe ein neues Betankungsverfahren für flüssigen Wasserstoff („subcooled“ liquid hydrogen, „sLH2-Technologie“), welches eine höhere Speicherdichte, eine größere Reichweite, eine schnellere Betankung und eine höhere Energieeffizienz ermöglichen würde.

Das neue Verfahren, so die Ausführung, wird ein im Vergleich zum Umgebungsdruck höheres Druckniveau sowie eine spezielle Temperaturregelung nutzen, um den sogenannten Boil-off-Effekt und „Rückgas“ (Gas aus dem Fahrzeugtank, das zum Tank der Tankstelle zurückfließt) während der Betankung zu vermeiden.

Ferner erfordere das Verfahren keine komplexe Datenkommunikation zwischen der Tankstelle und dem Lkw während der Betankung, womit einfachere Tankstellenkonzepte sich ableiten würden.

Der Grund für die verbesserte Energiespeicherdichte sei das gegenüber dem Umgebungsdruck höhere Druckniveau, woraus sich eine höhere Wasserstoffmasse im Tank ergäbe.

Die Unternehmen planen die erste Betankung eines Prototyp-Lkw an einer Pilotstation in Deutschland für das Jahr 2023.

Sven Ennerst, Vorstandsmitglied der Daimler Truck AG, verantwortlich für Entwicklung, Einkauf und Region China:
„Wir bei der Daimler Truck AG verfolgen die Vision des CO2-neutralen Transports der Zukunft. Die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle ist dabei eine Schlüsseltechnologie von strategischer Bedeutung. Mit unserer Zusammenarbeit mit Linde als führendem Unternehmen für Wasserstoff-Betankungstechnologie wollen wir die Zukunftsfähigkeit und Akzeptanz von Brennstoffzellen-Lkw auf Wasserstoffbasis in der Branche erhöhen. Flüssiger Wasserstoff bietet bereits zahlreiche Vorteile, und das neue Verfahren wird dazu beitragen, dass weitere hinzukommen.“

„Als Pionier in der Wasserstoff-Betankungstechnologie und einer der größten Akteure auf dem Wasserstoffmarkt freuen wir uns, mit diesem wichtigen Meilenstein zur Weiterentwicklung der Wasserstoffwirtschaft beizutragen. Zusammen mit der Daimler Truck AG, dem Marktführer bei Nutzfahrzeugen, arbeiten wir daran, wasserstoffbetriebene Lkw schon in naher Zukunft Realität werden zu lassen.“ sagte David Burns, Leiter Clean Hydrogen bei Linde.

Daimler Truck verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass man im September 2020 die Weltpremiere des Brennstoffzellen-Konzept-Lkw Mercedes-Benz GenH2 Truck gefeiert habe mit welchem es möglich werde schwere Brennstoffzellen-Lkw flexible und anspruchsvolle Fernverkehrseinsätze mit Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometer und mehr mit einer Tankfüllung durchzuführen.

Geplant sei die Kundenerprobung des GenH2 Truck für das Jahr 2023, der Serienstart soll dann in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts folgen.

Der Fahrzeughersteller verweist in diesem Zusammenhang auf seine Intension, dass dieser Energieträger in dem flüssigen Aggregatzustand im Gegensatz zu gasförmigem Wasserstoff eine deutlich höhere Energiedichte in Bezug auf das Volumen aufweise, was mit einem wesentlich kleineren und aufgrund des geringeren Drucks auch erheblich leichteren Tank für die Fahrzeuge einhergehe.

Hiermit ergäbe sich ein größerer Laderaum und ein höheres Zuladungsgewicht der Lkw.

Somit eigne sich der Serien-GenH2 Truck, entsprechend konventioneller Diesel-Lkw für schwer planbare, mehrtägige Fernverkehrstransporte, bei denen der tägliche Energiedurchsatz hoch ist.

Dezember 2020