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Korodur

Bild: Korodur

Kopfsteinpflaster Sanierung

Den ursprünglichen Charme des historischen Kopfsteinpflasters zu erhalten und zugleich die Begehbarkeit – bzw. Barrierefreiheit – zu verbessern, ist für viele Kommunen in Deutschland nur schwer vereinbar.

In Rottenburg am Neckar stand die Stadtverwaltung vor der Aufgabe einen Straßenabschnitt am historischen Turm des Kalkweiler Tors, sowie das nähere Umfeld für die Bürger und Besucher der Römer- und Bischofsstadt passierbarer zu gestalten, ohne jedoch den Charakter des historischen Kopfsteinpflasters zu verändern.

Daher war eine Asphaltierung der Flächen keine Option, weil sie den städtebaulichen Charakter – gerade im Umfeld des alten Stadttores – empfindlich gestört hätte.

„Jedoch müssen auch bei uns immer mehr Kopfsteinpflasterflächen erneuert werden, denn die Anforderungen steigen – allein schon aufgrund der demografischen Entwicklung. Auch ältere Menschen wollen jederzeit so mobil wie möglich bleiben. Eine steigende Zahl von Menschen mit Rollatoren bewegen sich durch die Innenstadtbereiche. Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen wollen ebenfalls von mehr Barrierefreiheit profitieren. Und diesen Anforderungen müssen wir nachkommen, zumal viele Bürger diesen Wunsch an uns herangetragen hatten“, sagt Dennis Ströbele vom Rottenburger Tiefbauamt Straßen- und Wegebau.

Statt das bestehende Kopfsteinpflaster komplett zu entfernen und durch ein neues zu ersetzen, entschied sich die Stadt 2019 für eine Sanierung, die, so die Information, sich um ca. 60% günstiger gestaltete als eine Neuverlegung der Pflaster.

Mit der Sanierung beauftragt wurde der Betonsanier- und Verlegebetrieb Blessing aus Notzingen, der bei diesen Projekten stets auf Mortar Mix aus dem Rapid Set-Programm von Korodur aus Amberg zurückgreift.

Dieser nicht-metallische und von Chloriden freie Baustoff ist ein mineralischer, schnellerhärtender und schwundneutraler Reparaturmörtel.

Beim Bearbeitungsprozess wird, wie hier im Juni, zunächst das Altmaterial aus den Fugen entfernt und mit dem Reparaturmörtel des Anbieters neu verfugt.

Der verwendete Mix wird nach dem Entfernen des alten Fugenmaterials und einer etwa halbstündigen Trocknungsphase flüssig auf die Fläche eingeschwemmt.

Bei einer Fugentiefe von drei bis fünf Zentimetern werden, so die Verbrauchsangaben, rund 20 Kilogramm pro Quadratmeter aufgebracht.

Der Hersteller weist in diesem Zusammenhang auf die massive Verbindung hin, die der Reparaturmörtel in kürzester Zeit mit dem Alt-Pflaster eingeht.

Daher sei es möglich, dass die Steine bereits wenig später mit einem Feinstfräswerkzeug großflächig abzufräsen sind, ohne das Pflaster hierdurch erneut zu beschädigen.

Für die Stadt Rottenburg war dieses Verfahren neu, und so wurden zwei Flächen für Sanierungstests festgelegt.
Die von den Maßnahmen betroffenen Abschnitte wurden für den Verkehr nur kurzzeitig gesperrt.
Für Fußgänger blieben die Bereiche jedoch jederzeit nutzbar.

Es wird hervorgehoben, dass die Ergebnisse beider Tests die Stadtverwaltung mehr als zufrieden stellte, „obwohl vor allem am Bogen die Granitsteine und ein Gefälle die Arbeiten schwierig gestalteten. Dennoch wurden perfekte Flächen geschaffen – innerhalb weniger Tage vom Ausfugen bis zur Fertigstellung. Ein zusätzlicher Vorteil besteht in der erhöhten Griffigkeit des Belags, da die Steine an der Oberfläche zuvor sehr stark abgeschliffen und glatt geworden waren. Das Abfräsen bewirkte so auch eine für das Begehen angenehme Rauigkeit“, so Ströbele.

Oktober 2020