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Mercedes-Benz

Abb.: Mercedes-Benz

Neues zu Nutzfahrzeugen für den Baubereich

Auf der IAA Nutzfahrzeuge präsentierte Mercedes-Benz für Fahrzeuge für das Bauhaupt- und Baunebengewerbe technische Innovationen und kundenorientierte Weiterentwicklungen.

Im Fokus stand der Arocs, das Baufahrzeug des Herstellers, der als Zwei-, Drei- und Vierachser mit den Antriebsoptionen 4×2 bis 8×8 angeboten wird.

Nun steht auch die neueste Generation der Heavy-Duty-Dieselmotoren OM 470 und OM 471 auch für dieses Fahrzeug serienmäßig zur Verfügung.

Unverändert im Angebot sind die Triebwerksfamilien OM 936 und OM 473.
Neue Spitzenmotorisierungen sind die „46er“-Modelle mit 335 kW (460 PS/2200 Nm) beim OM 470 und die „53er“ mit 390 kW (530 PS/2600 Nm), angetrieben von der neuesten Generation des OM 471.

Beide Common-Rail-Reihensechszylinder wurden mit einer Vielzahl an technischen Maßnahmen für erneut weniger Kraftstoffverbrauch bei verbesserter Leistungscharakteristik überarbeitet, so das Stuttgarter Unternehmen.

Als Beispiele hierfür wird das neue X-Pulse-Einspritzsystem mit angehobener Druckverstärkung, ein asymmetrischer Abgasturbolader die Verwendung neuer Leichtlauf-Motorenöle herausgehoben.
Die neuesten Motorengenerationen OM 470 und OM 471 sowie der OM 936 sind auch im Arocs zur Verwendung von Kraftstoffen nach der Norm prEN 15940 – Hydrotreated Vegetable Oil (HVO), Biomass To Liquid (BTL), Gas To Liquid (GTL) und Coal To Liquid (CTL) – freigegeben.

Für Einsätze mit Dacheinschnitten wie Krantransporte, sowie Einsätze auf Strecken mit beschränkten Durchfahrtshöhen wie Brücken oder mit begrenzten Zufahrtshöhen zu Baustellenarealen oder Betriebshöfen gibt es das Nutzfahrzeug von nun an mit besonders niedriger Fahrerkabine.

Das neue Fahrerhaus ClassicSpace LowRoof in der M- und L-Ausführung mit 2300 mm Breite wurde somit im Dachbereich völlig neu gestaltet.

In der Höhe ist es 100 mm niedriger als das ClassicSpace-Fahrerhaus und bildet damit künftig die Brücke zwischen dem ClassicSpace- und dem um 26 mm niedrigeren CompactSpace-Fahrerhaus.

Auf Wunsch können die zwei- und dreiachsigen Lkw mit Straßenzulassung künftig mit der vierten Generation des Notbrems-Assistenten Active Brake Assist ausgestattet werden, abgekürzt als ABA 4 bezeichnet.

Das System gilt das modernste Notbremssystem, das für schwere Baufahrzeuge auf dem Markt verfügbar ist. ABA 4 verfügt als Novum gegenüber dem bisherigen Notbrems-Assistenten ABA 3 über eine Personenerkennung, mit der erstmals das Risiko von Unfällen mit Fußgängern innerhalb von Ortschaften deutlich reduziert werden kann.

Mit dem HAD (Hydraulic Auxiliary Drive) können künftig auch die Varianten mit kürzerem Radstand (3300 mm) ausgestattet werden.
Und: HAD ist nun auch bei diesem Modell für den Transport gefährlicher Güter auf der Straße laut europäischem Abkommen, dem sogenannten ADR-Gefahrguttransport, freigegeben.
Neu ist darüber hinaus die Motortunnelhöhe 320 mm sowie eine Schüttgutabdeckung für den HAD in Verbindung mit dem M-Fahrerhaus.

Wer im Arocs mit hohen Gewichten besonders feinfühlig und verschleißfrei anfahren oder bei niedrigsten Geschwindigkeiten rangieren muss, wählt die Turbo-Retarder-Kupplung TRK.

Der Hersteller verweist hier auf den nächsten Schritt in puncto Fahrkomfort und Sicherheit:
TRK-Fahrzeuge können künftig mit dem Abstandshalte-Assistenten und ABA 4 kombiniert werden, womit sie sich besser für Langstreckeneinsätze eignen.

Möglich ist diese Kombination in allen Arocs 6×4-Fahrgestellen und Sattelzugmaschinen mit den Motoren OM 471 und OM 473, Luftfederung und Frontunterfahrschutz.

In Verbindung mit der Motorisierung OM 471 ist künftig auch ein zusätzlicher motorseitiger Nebenabtrieb bis 350 Nm und 80 kW in Kombination mit der TRK realisierbar.
Dies ermöglicht eine komfortable Bedienung von Kippaufbauten oder Tiefladern während der Fahrt, ohne auf die Vorteile der TRK verzichten zu müssen.

Als neuer, klar straßenorientierter Kippsattel wurde eine Variante aus der Baureihe konzipiert.
Das Fahrzeug in 4×2-Ausführung bietet sechs Zentimeter mehr Bodenfreiheit und ist auf Wunsch mit einem Pendeleinstieg lieferbar.

Zum Thema Komfort wird auf den Februar 2017 hingewiesen, denn dann soll die elektrische Standklimaanlage für diesen Fahrzeugtyp vom M-Fahrerhaus bis zur BigSpace-Kabine lieferbar sein.
Hierdurch kann das Fahrerhaus auch bei hohen Außentemperaturen im Stand angenehm temperiert werden.

Ein Plus an Konnektivität gibt es künftig auch im Bauverkehr:
Mit zwei neuen digitalen Angeboten wird für Kunden der tägliche Einsatz leistungsfähiger.
Der neue Dienst Uptime erhöht die Fahrzeugverfügbarkeit, während der neue FleetBoard Store mit branchenspezifischen Apps künftig eine engere Zusammenarbeit mit Geschäfts- und Netzwerkpartnern ermöglicht.
Alle Maßnahmen dienen somit dem Ziel einer Effizienzsteigerung im Baustellenverkehr um zu einer insgesamt erhöhten Wirtschaftlichkeit zu führen.

Oktober 2016